Nachdem vor Weihnachten eine junge Frau in der U6 brutal vergewaltigt worden ist, kam es nun wieder zu einem gewaltsamen Vorfall: Drei junge Männer verprügelten eine 39-Jährige, nachdem sie eine andere Frau sexuell belästigt hatten. Das Opfer erlitt einen Oberkieferbruch.
Nachdem vor Weihnachten eineist, kam es nun wieder zu einem gewaltsamen Vorfall: Drei junge Männer verprügelten eine 39-Jährige, nachdem sie eine andere Frau sexuell belästigt hatten. Das Opfer erlitt einen Oberkieferbruch. Die Wiener Linien haben das Material der Videoüberwachung an die Polizei übergeben.
Die Serie an Gewaltdelikten in der U6 reißt nicht ab. Erst vergangene Woche die Öffentlichkeit.
In der Nacht auf Sonntag, 23. Dezember, wurde wieder eine Frau Opfer von Gewalt, und zwar in einem vollen Waggon: Um 3.30 Uhr fuhr die 39-jährige Lehrerin Claudia S. mit ihrem Freund mit der U6 von der Längenfeldgasse nach Hause, als sie auf zwei pöbelnde, junge Männer aufmerksam wurden. Die beiden pöbelten "auf unangenehme, aggressive Weise" ein junges, blondes Mädchen an, die alleine unterwegs und mit einem kurzen Rock bekleidet war.
"Schleicht´s euch raus, es reicht"
"Mein Freund bat die beiden, mit dem Gestänker aufzuhören. Doch die Burschen ignorierten ihn und wurden noch aggressiver", erzählt Claudia S. im Gespräch mit Heute.at. Daraufhin mischte sich die 39-Jährige mit den Worten "Schleicht´s euch raus, es reicht" ein und erinnerte die Burschen an den Vergewaltigungsfall vom Anfang der Woche.
Plötzlich stand ein dritter Bursch auf, der zuvor in Begleitung eines jungen Mädchens wo anders saß. "Die drei jungen Männer schrien, sie würden sich nicht mit einem Vergewaltiger vergleichen lassen, sprangen auf mich zu und im Handumdrehen hatte ich eine Faust im Auge", erzählt Claudia S.
"Ich bin schockiert"
Die U-Bahn war inzwischen "Am Schöpfwerk" angekommen. Die Täter - alle zwischen 20 und 25 Jahren - rannten aus dem Waggon und flüchteten in Richtung "Am Schöpfwerk"-Siedlung. Ein Zeuge verständigte sofort die Polizei. Claudia S. musste mit einem gebrochenen Oberkiefer und starken Schmerzen ins Krankenhaus. Jetzt hofft die Frau, dass die Burschen dingfest gemacht werden: "Ich bin schockiert über das Aggressionspotential dieser Männer. Es kann doch nicht sein, dass man sich in der Wiener U-Bahn nicht mehr sicher fühlen kann", so Claudia S.
Beschreiben konnte die Frau die jungen Männer nicht. Nur so viel konnte sie über die Täter aussagen: Die Männer unterhielten sich miteinander in einer dem Opfer fremden Sprache, beherrschten aber auch perfekt Deutsch.
"Zeigt Notwendigkeit der Sicherheitseinrichtungen"
Bei den zeigt man sich entsetzt über diesen Vorfall und appelliert an die Passagiere, die Sicherheitseinrichtungen in den U-Bahnen zu nützen: "Uns zeigt dieser Vorfall einmal mehr, wie wichtig es ist, dass wir laufend in die Sicherheit, wie etwa Videoüberwachung, investieren", so Answer Lang von den Wiener Linien.
"Wir appellieren an die Fahrgäste, über die Sprechverbindung, die an den Knöpfen neben den Türen angebracht ist, Kontakt mit dem Fahrer aufzunehmen. Auch die Betätigung einer Notbremse ist manchmal effizienter, als selbst einzugreifen", so Lang. Vom Vorfall gemachtes Bildmaterial der Überwachungskameras wurde der Polizei jedenfalls für die Ermittlungen zur Verfügung gestellt.
Dieses wurde nun auch ausgewertet und wird dem Opfer zur Identifizierung vorgelegt. Sollten die Verdächtigen darauf zu sehen sein werden die Bilder auch zur medialen Verbreitung freigegeben, um die Täter so dingfest machen zu können.
Die Öffis reagieren auf die Vorfälle - M. Jelenko