Christa Wolf, eine der bekanntesten Schriftstellerinnen Deutschlands, ist tot. Sie schrieb sich in die oberste Liga der deutschsprachigen Literatur. Der vielfach ausgezeichneten Autorin wurde 1984 auch der österreichische Staatspreis für europäische Literatur verliehen.
Am 18. März 1929 wurde Christa Wolf im heute polnischen Landsberg/Wathe geboren. Sie gilt als eine der bedeutendsten Figuren in der Literaturlandschaft der ehemaligen DDR und war eine Galionsfigur der ostdeutschen Demokratiebewegung.
Erst in späteren Jahren wurde ihre Rolle in der DDR kritisch gesehen. Vor allem ihre kurze Zusammenarbeit mit der Stasi brachte ihr schlechte Presse ein. Wolf fühlte sich deshalb ungerecht behandelt und veröffentlichte ihre Stasiakte, um die Vorwürfe zu entkräften.
Im Laufe ihres literarischen Schaffens wurde sie neben dem Österreichischen Staatspreis für europäische Literatur auch mit dem Thomas-Mann-Preis (siehe Foto) und dem Büchner-Preis ausgezeichnet. Zu ihren bekanntesten Werken zählen "Nachdenken über Christa T.", "Kindheitsmuster", "Kein Ort. Nirgends", "Kassandra", "Medea. Stimmen" und "Der geteilte Himmel".
Wolf galt auch immer als Anwärterin auf den Literaturnobelpreis. Vor der letzten Nobelpreisverleihung belegte die Autorin Platz neun auf der Favoritenliste der Buchmacher, wie die Welt schreibt. 2010 veröffentlichte Wolf ihren letzten Roman "Stadt der Engel".
Am Donnerstag verstarb die Schriftstellerin nach langem Leiden im Alter von 82 Jahren im Berliner St.-Hedwig-Krankenhaus. Der Suhrkamp Verlag teilte mit, dass sie im Beisein ihres Mannes Gerhard Wolf verschied.