Vor zwei Jahren sorgte Roland Ludomirska im ATV-Format "Forsthaus Rampensau" für einen schillernden Auftritt. Gemeinsam mit seinem Butler reiste er im Helikopter an, verteilte 500-Euro-Scheine, Käse und Champagner. Als selbst ernannter "President of Decadence" präsentierte er sich als Mann des Luxus.
Jetzt folgt die wirtschaftliche Bruchlandung: Für seine beiden "Crazy Cheese Manufacture"-GmbHs in Hart bei Graz wurde jeweils ein Konkursverfahren beantragt, das berichtet die Kleine Zeitung.
Wie der Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870) berichtet, stehen Verbindlichkeiten von 191.000 Euro beziehungsweise 167.000 Euro Vermögenswerten von lediglich 24.000 Euro beziehungsweise 8.000 Euro gegenüber. Insgesamt sind elf Gläubiger betroffen. Beide Geschäfte wurden bereits geschlossen. Eine Sanierung ist laut den schuldnerischen Gesellschaften nicht geplant, der Betrieb wurde eingestellt.
Als Hauptursache für die Insolvenz werden die Folgen der Covid-19-Pandemie genannt. Das Unternehmen hatte sich 2020 entschlossen, gleich sieben neue Standorte zu eröffnen. Wegen der Lockdowns mussten diese jedoch rasch wieder schließen, so die Kleine Zeitung. Trotz umfangreicher Spar- und Sanierungsmaßnahmen verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage in den Folgejahren kontinuierlich. Vor allem ab 2026 lief das Geschäft mit exklusiven Käsesorten nicht mehr. Am Ende scheiterten auch die Sanierungsbemühungen.
Dabei galt Ludomirska lange als erfolgreicher Unternehmer. Der ehemalige Marktverkäufer auf der Grazer Messe machte Käse gemeinsam mit niederländischen Bauern zum Lifestyle-Produkt. Mit auffälligen Farben und besonderen Veredelungen wollte er sich von der Konkurrenz abheben.
Ganz ohne Kontroversen verlief die Unternehmensgeschichte allerdings nicht. Der Verein für Konsumenteninformation berichtete in der Vergangenheit über Beschwerden von Kunden. Demnach soll beim Verkauf auf Messen und Veranstaltungen teilweise mehr Käse portioniert und verrechnet worden sein, als ursprünglich gewünscht war.
Besonders für Aufsehen sorgte ein Fall in Wien: Eine Frau machte öffentlich, dass sie für eine einzige Käsescheibe 240 Euro bezahlen hätte sollen.