Österreich

Schrottpreis für Pfusch-Auge!

Heute Redaktion
14.09.2021, 17:11

Wie ein gestrandeter Wal liegt es am Nordufer der Donau - das von Pannen mehrfach heimgesuchte Linzer Auge. Das Kunstprojekt trieb beim jüngsten Hochwasser ab und wurde schwer beschädigt. Die 58 Tonnen Stahl sind nun nur noch ein paar tausend Euro Schrottpreis wert - und das bei mehr als 300.000 Euro Kosten!

Pleiten, Pech und Pannen: Das als Wahrzeichen der Kulturhauptstadt gedachte Linzer Auge ist seit dem Wochenende Geschichte. Zwar soll in den nächsten Tagen von Technikexperten noch geklärt werden, warum das angeblich hochwassersichere Floß doch aus der Verankerung gerissen wurde, doch die Architektenkammer als Initiator hat bereits beschlossen: Es wird nicht mehr zurückkommen, so Sprecherin Christiane Karner.

Architektenkammer will Geld von Ost-Werft

Für die Standesvertretung war das Auge ein teurer Spaß: 300.000 Euro kostete das Anfangsprojekt - etwa 100.000 kamen dabei direkt und indirekt aus Steuermitteln! Anstatt die Plattform von einer heimischen Profi-Firma fertigen zu lassen, wurde der Auftrag in die Slowakei vergeben - mit der Folge, dass sich das innere Auge nicht drehte.

Es wurde nachgebessert und schließlich sogar ein Motor eingebaut. Die Zusatzkosten sind noch nicht bekannt. Wir wollen uns das Geld von der Werft zurückholen, erklärt Karner. Ein langwieriges Rechtsverfahren wird die Folge sein.

Auf das Linzer Auge warten nun die Schneidbrenner. Beim aktuellen Schrottpreis werden die 58 Tonnen Stahl gerade einmal etwa 10.000 Euro bringen.

Jürgen Tröbinger

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