Kuriose Szenen spielen sich im Schubhaftzentrum Vordernberg ab: Für 200 Personen ausgelegt wird das Zentrum derzeit von ganzen drei Insassen bewohnt. Die Sicherheitsvorkehrungen sind allerdings enorm: 60 private Sicherheitsleute und 30 Polizisten bewachen die "Massen".
Kuriose Szenen spielen sich im Schubhaftzentrum Vordernberg ab: Für 200 Personen ausgelegt, wird das Zentrum derzeit von ganzen drei Insassen bewohnt. Die Sicherheitsvorkehrungen sind allerdings enorm: 60 private Sicherheitsleute und 30 Polizisten bewachen die "Massen".
Bibliothek, Gymnastikraum und Gebetszimmer - als "weltweit modernste Schubhaftanstalt" wird Vordernberg in der Steiermark gepriesen. Von einer hohen Auslastung ist man allerdings weit entfernt. Im ersten Halbjahr nach der Eröffnung wurden nur 81 Insassen beherbergt, noch schlimmer ist die Lage momentan: Drei Flüchtling warten auf ihre Abschiebung.
Insgesamt 90 Sicherheitskräfte, 30 Polizisten und 60 Mitarbeiter der privaten Sicherheitsfirma G4S, stehen im Einsatz. Alleine die privaten Securities schlagen sich mit 450.000 Euro monatlich zu Buche, blechen muss der Steuerzahler. Im Moment wären zwar zehn Sicherheitskräfte völlig ausreichend, auf 15 Jahre abgeschlossene Verträge sorgen aber dafür, dass der Betrieb uneingeschränkt weitergeführt wird.
Gesetzeslücke macht's möglich
Hauptgrund der mangelnden Auslastung ist eine Gesetzeslücke, die allerdings bis Juli ausgebügelt sein soll: Flüchtlinge mit "Dublin-3-Status", für die prinzipiell nicht Österreich zuständig wäre, dürfen hierzulande auch nicht mehr in Schubhaft genommen werden. Die Folge war, dass 30 Insassen Vordernberg wieder verlassen mussten und jetzt in Erstaufnahmezentren untergebracht sind.
Gegen eine alternative Nutzung spricht sich der Vorderberger Bürgermeister Walter Hubner aus. Er wies neuerlich auf die Verträge hin, in denen festgelegt ist, dass das Schubhaftzentrum nur für eben diese Verwendung vorgesehen ist.