Schüler (15) wollte Klassenkameradin aus Fenster werfen

Ein erst  türkischstämmiger Teenager soll seine halbe Schule terrorisiert haben, stand dafür in Wien vor Gericht.
Ein erst  türkischstämmiger Teenager soll seine halbe Schule terrorisiert haben, stand dafür in Wien vor Gericht.Udo Herrmann / ChromOrange / picturedesk.com
Ein junger Wiener soll eine Lehrerin mit einer Schere bedroht haben, warf ein Mädchen fast aus dem Fenster. Deshalb musste er am Dienstag vor Gericht.

Von der Schulbank direkt auf die Anklagebank: 27 Delikte sammelte der erst 15 Jahre junge Schüler im Laufe seiner bereits längeren kriminellen Karriere. Weil er laut Staatsanwaltschaft mehrere Monate seine Schule terrorisierte, seine Englischlehrerin mit einer Schere attackierte und einer Klassenkameradin damit drohte, sie aus dem Fenster zu werfen, musste er am Dienstag am Wiener Landesgericht "nachsitzen".

Der bereits mehrfach Vorbestrafte soll nicht nur seine Mitschüler und Lehrer misshandelt und mit Faustschlägen verletzt haben, sondern auch außerhalb der Schule geraubt, gestohlen und randaliert haben.

Schüler: "Sie haben mich provoziert"

Am Wiener Landl bekannte sich der türkischstämmige Teenager am Dienstag zu den Vorwürfen in der Schule nicht geständig. "Die Mitschüler lügen und schmücken ihre Geschichten aus", behauptete der Angeklagte im Gerichtssaal und rechtfertigte sich damit, dass die anderen ihn provoziert hätten.

Anwalt Arthur Machac verteidigt den aggressiven Schüler
Anwalt Arthur Machac verteidigt den aggressiven SchülerzVg

Sein Verteidiger Arthur Machac versuchte zu erklären, dass sein Mandant unzurechnungsfähig sei, weil er für sein Alter zu unreif wäre. Doch die Gutachterin widersprach dem Juristen.

"Jedes Volksschulkind weiß, dass diese Taten unrecht sind", erklärte sie, diagnostiziert dann dem Buben aber eine schwere Persönlichkeitsentwicklungsstörung. Er habe Freude daran, Schwächeren Angst zu machen. Den Grund vermutete die Psychiaterin im familiären Umfeld des Burschen. Das hätte ihm mehr Werte und Normen mitgeben müssen. Doch die Erziehung und Betreuung ihres Problemkindes scheint der betreffenden Familie nicht besonders wichtig zu sein. Laut "Kronen Zeitung" war kein Verwandter des Burschen bei der Verhandlung anwesend. Die wurde indes vertagt – es gilt die Unschuldsvermutung. Bis zu fünf Jahre Jugendarrest drohen.

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