Elias Fuhrer ist Bundesschülervertreter für technische und gewerbliche Lehranstalten. Die Schulen, die der 21-Jährige vertritt, sind direkt dem Bildungsministerium unterstellt. Vom Bildungsminister hört Fuhrer allerdings wenig, klagte er im Gespräch mit "Heute" am Dienstag an: "Die Bundesschülervertretung ist eigentlich der Ort, an dem sich Schülervertreter mit dem Bildungsminister austauschen sollten. In der ORF-Pressestunde hörte ich Polaschek sagen, er sei im ständigen Austausch mit der Schülervertretung", so Fuhrer – dem sei aber nicht so. Mehrere Termine mit der Bundesschülervertretung habe Martin Polaschek kurzfristig platzen lassen, erzählte Fuhrer im "Heute"-Interview. Ärgerlich – sei die Zeit vor der Matura eine ohnehin schon stressige.
Apropos Matura – auch da gebe es Gesprächsbedarf mit dem Bildungsminister: "Wir müssen über die Möglichkeit einer freiwilligen mündlichen Matura sprechen. Die derzeigen Erleichterungen angesichts der Pandemie sind in der aktuellen Form nicht ausreichend", findet der Schülervertreter. Immerhin: Mit der letztjährigen Lösung seien die Maturantinnen eher zufrieden gewesen. Dieses Jahr gebe es aber "viele Leute, die sich für die mündliche Matura einfach nicht sicher genug fühlen", so Fuhrer.
Ein weiteres Thema mit dringendem Gesprächsbedarf sei für Elias Fuhrer die Teststrategie an den Schulen. Es könne nicht damit getan sein, weniger zu testen, damit die Zahlen in bessem Licht erscheinen würden, so der Schülervertreter. Hier brauche es Lösungen, die die Sicherheit aller Schülerinnen bestmöglich gewährleisten.
Miles Schäfer von der "Aktion kritischer Schülerinnen" (AKS) findet dafür im "Heute"-Interview deutliche Worte: "Wir Schüler werden bewusst durchseucht. Man schert sich hier nicht um unsere Gesundheit", so der 18-Jährige. "Wir sind dem Minister egal. Es geht auch nicht um Bildung, sondern um den Anschein von Bildung. Anscheinend will Polaschek geschlossene Schulen". Die Teststratgie herunterzufahren sei Schäfer nach dasselbe, "wie nicht zum Arzt zu gehen, wenn man krank ist. Unentdeckte Infektionen werden garantiert in die Höhe schnellen", ist sich der AKS-Sprecher sicher. "Die Kommunikation mit der Bundesschülervertretung fehlt voll und ganz", hält er fest.
Bundesschulsprecherin Susanna Öllinger von der ÖVP-nahen Schülerunion sieht im Austausch mit dem ÖVP-Bildungsministerium keinen Verbesserungsbedarf. Gegenüber "Heute" sagt sie: "Als Bundesschulsprecherin ist es meine Aufgabe im ständigen Austausch mit dem Bildungsministerium die Interessen der Schülerinnen und Schüler zu vertreten. Der Austausch zwischen mir und dem Ministerium findet sehr regelmäßig mehrmals die Woche in Form von Telefonaten und Meetings statt. Natürlich hätten wir uns über das Stattfinden des Termins vergangene Woche gefreut. Wir leben in turbulenten aber dafür auch flexiblen Zeiten und ich glaube ich kann für die gesamte Bundesschülervertretung sprechen, dass wir uns auf den Nachholtermin freuen".
Und auch im Bildungsministerium sieht man das so. Auf "Heute"-Nachfrage hieß es: "Wir sind in regelmäßigem Kontakt mit den Schüler- und Lehrervertretungen. Meine Mitarbeiter sind jederzeit erreichbar und wenden sich proaktiv an die jeweiligen Vertreter. Ein Gesprächstermin musste leider verschoben werden, dieser wird aber selbstverständlich nachgeholt. Hier sind wir gerade in Abstimmung, um einen neuen Termin zu finden".