Schul-Direktor fünf Jahre in Abstellkammer gesteckt

Bild: Daniel Schaler

Mit der Pensionierung endete jetzt der Arbeits-Nonsens von Karl Gottwald. Der Direktor (62) war nach einem Streit mit der Gemeinde Vösendorf in ein Besenkammerl abkommandiert worden.

"Fünf Jahre saß ich täglich von 7.30 bis 12.30 Uhr untätig in einem Kammerl, der sogenannten 'Musikschule Neu'. Ich hatte einen Tisch, einen klapprigen Sessel, kein Telefon, keinen PC! Offiziell sollte ich über die Entwicklung der Schule, die ich gegründet hatte, nachdenken", so der eben pensionierte Gottwald. Weil er es gewagt hatte, öffentlich für eine neue Heizung für die frierenden Kinder einzutreten, wurde dem Direktor der Marsch geblasen: Sofortige Entlassung durch den Ex-Ortschef.

Grund: Vertrauensbruch. Doch der Schulleiter zog vor Gericht und bekam (übrigens in allen Instanzen) recht, musste wiedereingestellt werden. "Einstweilen wurde ein neuer Direktor installiert. Ich wurde zum Nichtstun, bei 2.650  netto im Monat, abkommandiert. Man wollte mich zur Aufgabe zwingen. Doch statt Trübsal blies ich ins Horn, las viel, führte Tagebuch, 12 A4-Ordner schrieb ich voll!"

Kosten der Doppelbesetzung: über 1 Mio. Euro. "Menschlich unfassbar. Aber wenn man diesen Kostenwahnsinn und die Südtower-Affäre hernimmt, ist es kein Wunder, dass Vösendorf derzeit kracht", so Michael Liebl (FP).

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