Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat am Freitag ihre Sparpläne für die Schulen präsentiert. Demnach müssen heuer 57 Millionen Euro eingespart werden. Das soll über Verwaltung, Lehrerstunden und höhere Schülerzahlen in Klassen erreicht werden, auch Zweitlehrer fallen weg. Diese umstrittene Maßnahme soll aber erst ab der neunten Schulstufe gelten. Die Lehrer steigen auf die Barrikaden.
Die Ministerin sagte nun aber gegenüber Ö1, sie habe mit dem Finanzminister "noch einige Millionen runterverhandeln" können. Heinisch-Hosek beruhigte zugleich: "Es wird keine Schule geschlossen, die Kinder werden ihre Lehrer nach wie vor haben. Wir drehen nur ein bisschen an Teilungszahlen, und in der Neuen Mittelschule wird sich auch ein bisschen etwas ändern."
bedeute konkret weniger Förderungen, weniger Ausgaben bei Inseraten, weniger Überstunden. Bei den Lehrergehältern will Heinisch-Hosek "bei den Überstunden ein bisschen schrauben". Das sei aber auch eine Erleichterung für die Lehrerschaft selbst.
Mehr Schüler erst ab neunter Schulstufe
Als Beispiel für geänderte Teilungszahlen nannte Heinisch-Hosek, dass etwa in Werkstätten und Labors zehn statt acht Schüler sein sollen. Sie bestätigte auch, dass es in der neunten Schulstufe wieder größere Klassen geben werde. In den Schulstufen darunter bleibe es bei 25 Schülern pro Klasse - plus 20 Prozent. Es werde aber auch Klassen mit weniger als 25 Kindern geben.
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Lehrer steigen auf die Barrikaden
Die Lehrergewerkschaft spricht von einer "Bankrotterklärung der Bildungspolitik". Milliarden stecke man in die "Hypo-Leiche", die Bildung bleibe auf der Strecke. Es sei eine "Katastrophe", so der Tenor. SPÖ-nahe Lehrer sehen die Felle für das rote Prestigeprojekt Neue Mittelschule davonschwimmen. Jürgen Rainer (FCG), Vertreter der BMHS-Lehrer sprach angesichts eines jetzt schon herrschenden Mangels an Unterstützungspersonal von einer "bildungspolitischen Katastrophe".
Die Gewerkschaft der BMHS-Lehrer hatte am Donnerstag vor größeren Schülergruppen gewarnt. Derzeit werden Klassen ab 31 Schülern in Deutsch, Mathematik und Englisch in zwei Gruppen geteilt. Auch die Teilungszahlen in den praktischen Gegenständen könnten nach oben gesetzt werden, befürchtet die Gewerkschaft. Werden Klassen seltener geteilt, sind für den Unterricht weniger Lehrer nötig.
Industrie rügt Lehrer
Als "wenig konstruktiv" bezeichnet der Präsident der Industriellenvereinigung, Georg Kapsch, die Einstellung der Lehrer. Es brauche eine Abkehr von einzementierten Positionen und ideologischen Diskussionen hin zu einer Bildungsdebatte, so Kapsch.
"Nicht nur Nein sagen"
Die Gewerkschaft sei aufgerufen, nicht ständig zu jedem Vorschlag 'Nein' zu sagen, sondern sich an der Hebung der Effizienzpotenziale im Schulsystem zu beteiligen. Der Spardruck sei groß und betreffe auch das Bildungsministerium.
Mehr Sparen bei Verwaltung
Kritisch sieht die IV, dass es in Hauptfächern der neunten Schulstufe zu größeren Klassen kommen könnte. "Deutsch, Englisch, Mathematik sind Schlüsselfächer, hier nicht für einen optimalen Unterricht zu sorgen wäre der falsche Weg", warnt Kapsch. Es wäre daher ratsam, "weiteres Sparpotenzial im Verwaltungsbereich zu heben. Zur Not könnte man auch einen – allerdings nur geringen – Teil der Mittel für die Ganztagsschulen hier vorübergehend einsetzen, um dieses Problem zu beheben", so der IV-Präsident.