Schulen sollen auch bei Rot offen bleiben

Schulen sollen so lange wie möglich offen bleiben
Schulen sollen so lange wie möglich offen bleibenSabine Hertel
Schulen sollen so lange wie möglich offen bleiben, auch wenn die Corona-Ampel rot leuchtet. Darauf haben sich die Bildungsreferenten jetzt verständigt

Vor allem im Pflichtschulbereich sollen aus Sicht der Länder die Schulen auch bei Rot geöffnet bleiben. Im Fall eines verordneten Distance-Learning bei höheren Schulstufen sollte dennoch eine Betreuung von Maturaklassen in Schulen möglich sein.

Unterrichten im Schichtbetrieb

"Ich finde es schwer zu vertreten, wenn Restaurants und Kinos offen sind, aber Schulen nicht", so OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher. "Das zeigt auch, dass es oft um die Interessen der Erwachsenen geht und nicht um die der Kinder. Der Grund für offene Schulen sollte auch nicht darin liegen, dass Eltern zur Arbeit gehen können, sondern weil es im Interesse der Kinder ist." In Salzburg wird jetzt sogar angedacht, nach Allerheiligen Oberstufenklassen im Schichtbetrieb zu unterrichten.

"Schule offen halten heißt ja nicht Schule ohne Abstandsregeln" - Schleicher

Man habe inzwischen herausgefunden, dass Kinder bei Covid-19 kein wesentlicher Motor der Pandemie seien. "Ich sage nicht, dass Schulen ein sicherer Bereich sind, das können wir von keinem Bereich sagen", so Johannes Hübner, Professor für pädiatrische Infektiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Funktion der Schulen müsse aber aufrechterhalten werden. "Hotels und Kultur kann man mit Geld vielleicht retten, aber die Bildung der Kinder nicht."

Auch für die Kinderbetreuungseinrichtungen sei es wichtig, bei roter und orangefarbener Corona-Ampel offen zu bleiben, "mit den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen", erklärt Salzburgs Familienlandesrätin Andrea Klambauer (NEOS).

150.000 Corona-Schnelltests für die Schulen

Prinzipiell wurdem die am Donnerstag von ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) vorgelegten einheitlichen Leitlinien beim Umgang mit Coronavirus-Fällen an Schulen positiv aufgenommen. 

Bis Ende November sollen 150.000 Stück Antigen-Schnelltests für die Schulen angekauft werden. Die Testung von Schülern, die Symptome wie Husten und Fieber haben, sei freiwillig, die Kosten trage der Bund. Bis zum 14. Lebensjahr müsse eine Einverständniserklärung der Eltern vorliegen. Pilotprojekte sollen bereits nach den Herbstferien in den Bezirken Mödling und in Teilen Tirols beginnen, in Salzburg starten Mitte November die mobilen Teams an den Schulen.

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