Empört reagiert die Aktion kritischer Schüler auf die Forderung des Integrationssekretärs Sebastian Kurz, von Schulschwänzern eine Geldstrafe in der Höhe von 1500 Euro zu fordern.
Empört reagiert die Aktion kritischer Schüler (AKS) auf die Forderung des Integrationssekretärs Sebastian Kurz, von Schulschwänzern eine Geldstrafe in der Höhe von 1500 Euro zu fordern.
75.000 Jugendliche in Österreich (8 %) besuchen laut Uni Linz und AK keine Schule, sind nichgt in Fortbildung und gehen keiner Arbeit nach. "Natürlich sind 75.000 Jugendliche ohne Aus- oder Fortbildungsplatz in Österreich kein tragbarer Zustand. Aber Geldstrafen bei "massiver Schulpflichtverletzung" einzuheben, wird Jugendliche nicht dazu bringen, die Schule häufiger zu besuchen, sondern viel eher, sie frühzeitig offiziell abzubrechen, um Strafen zu entgehen.", so Eleonora Kleibel, AKS-Bundesvorsitzende.
Auch Sozialminister Rudolf Hundstorfer hält wenig von höheren Strafen. Er will das Jugnedcoaching - eine Art Frühwarnsystem - weiter ausbauen. Wissen Schüler ein Jahr vor Ende der Schulpflicht noch nicht, was sie später machen sollen, werden sie vom Arbeitsmarktservice ein Jahr lang betreut.
Migranten-Diskussion
Kurz hatte gefordert, Eltern bei Schulpflichtverletzungen ihrer Kinder künftig in die Pflicht zu nehmen. "Wer seine Kinder nicht aktiv beim Schulbesuch unterstützt oder sogar hindert, begeht Zukunftsraub an seinen Kindern und an Österreich", so Kurz. Das häufige Schuleschwänzen führe seiner Meinung nach zu Schulabbruch. Junge Migranten seien dabei vier Mal so oft betroffen sind wie Jugendliche ohne Migrationshintergrund. "Und es endet in Arbeitslosigkeit. Es wird Zeit, dass wir nicht mehr wegschauen und offen dieses Problem ansprechen." Staatssekretär Kurz verlangt daher: Verpflichtende Elterngespräche bei Schulpflichtverletzungen, eine umfassende Motivforschung, konkrete statistische Erhebung und bei groben Schulpflichtverletzungen auch höhere Strafen.
Dass besonders Jugendliche mit Migrationshintergrund betroffen sind, überrascht Kleibel wenig. "Migranten und Migrantinnen wird es in Österreich oft schwer gemacht. Um diese Situation zu verändern, sollte sich Kurz auf die wirklichen Herausforderungen der Integrationspolitik konzentrieren, anstatt immer nur von Leistung zu predigen."
Zur Integration Jugendlicher in den Schul- und Ausbildungsalltag würde es auf jeden Fall nicht beitragen, sie zu bestrafen, so Kleibel.