440 Euro Strafe fürs Schulschwänzen – Protest

Die "Aktion kritischer Schüler_innen" protestiert gegen die Bußgelder, die in Österreich fürs Schuleschwänzen verhängt werden können.

Seit dem vergangenen Schuljahr gibt es keine Gnade mehr für Schulschwänzer. Ab dem vierten unentschuldigten Fehltag (nicht im Schuljahr, sondern in der neunjährigen Pflichtschulzeit) ist die Schule dazu verpflichtet, Anzeige zu erstatten. Dabei handelt es sich aber um komplette Tage, nicht einzelne Fehlstunden. Doch auch wenn sich diese mehren, kann es zu einer Anzeige kommen. Die Strafen belaufen sich zwischen 110 und 440 Euro.

Laut der ersten Bilanz wurde im Schuljahr 2018/19 insgesamt 3.288-mal gestraft. Die Spitzenreiter waren Wien (1.650), Oberösterreich (481) und Salzburg (325).

"Falscher Ansatz"

Der "Aktion kritischer Schüler_innen" (AKS) ist das ein Dorn im Auge. Die Schülerorganisation veranstaltet am Donnerstag ab 9 Uhr eine Straßenaktion vor dem Bildungsministerium am Wiener Minoritenplatz.

"Wir werden ein großes Plakat mit unseren Forderungen entrollen und Flyer verteilen", heißt es im Gespräch mit "Heute.at". Man rechne mit etwa 20 "Kritischen Schüler_innen".

Strafzahlungen von bis zu über 400 Euro seien der falsche Weg, sagen die Aktivisten: "Die Politik müsste stattdessen die Gründe bekämpfen, weshalb manche Schülerinnen und Schüler der Schule fernbleiben. Etwa schlechten Unterricht und Probleme in der Familie."

Positive Stimmen

Wie das Bildungsministerium gegenüber der APA erklärte, erhalte man von den Schulen die Rückmeldung, dass das Schwänzen nun weniger Thema sei. Paul Kimberger von der Lehrergewerkschaft berichtete von deutlich weniger Anfragen zum Umgang mit fernbleibenden Schülern.

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