Österreich

Schüler-Streik: Proteste gegen Zentralmatura

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:32

Nicht nur die Lehrer können streiken. Am Donnerstagvormittag gingen in mehreren österreichischen Städten tausende Schüler auf die Straße, um mit einem Streik gegen die Zentralmatura zu protestieren. Allein in Wien nahmen etwa 4.000 Schüler an der Aktion teil. Ein Pfeifkonzert, einige Böllerschüsse und Verkehrsprobleme waren die Begleiterscheinungen.

können streiken. Am Donnerstagvormittag gingen in mehreren österreichischen Städten tausende Schüler auf die Straße, um mit einem Streik gegen die Zentralmatura zu protestieren. Allein in Wien nahmen etwa 4.000 Schüler an der Aktion teil. Ein Pfeifkonzert, einige Böllerschüsse und Verkehrsprobleme waren die Begleiterscheinungen.

In Wien versammelten sich die Schüler nach einem Aufruf linker Jugendorganisationen statt im Klassenzimmer um 9 Uhr vor dem Parlament. Laut Polizei hatten sich 4.000 Schüler dem Marsch angeschlossen. Sie sind mit der und den damit verbundenen Verbesserungsvorschlägen nicht einverstanden.

Die Proteste wurden von der Bundesschülervertretung nicht unterstützt, bei der Organisation der Wiener Demo zogen die Aktion Kritischer SchülerInnen (AKS), "Red Revolution", die sozialistische Linkspartei (SLP) und "Funke" die Fäden.

Um 10 Uhr marschierten die Teilnehmer los. Die Demonstration führte über den Ring unter anderem zum Minoritenplatz, wo sich das Bildungsministerium befindet. Die Jugendlichen hielten selbstgebastelte Transparente in die Höhe, die Demonstration wurde von grellen Pfiffen, Gekreische und Böllerschüssen begleitet. Die Demonstranten hinterließen eine Müll-Spur, die von der MA48 entfernt werden musste.

Die Strecke im Detail:

Dr.-Karl-Renner-Ring, Universitätsring, Schottengasse, Herrengasse, Landhausgasse, Minoritenplatz, Bruno-Kreisky-Gasse, Ballhausplatz.

Der Ring war zwischen Operngasse und Schottengasse gesperrt. Ein Verkehrschaos war die Folge, der Stau reichte bis zum Franz-Josefs-Kai zurück. Die Linien 1 und D wurden über den Franz-Josefs-Kai umgeleitet, die Linie 2 über die Reichrathstraße. Der 71er fuhr in Richtung Börse nur bis zum Schwarzenbergplatz.

Massenproteste auch andernorts

Auch in anderen Bundesländern kam es zu Massenprotesten. In Linz marschierten laut Polizei 3.000 Schüler mit, die Organisatoren sprachen von 12.000 Teilnehmern. In Salzburg gingen 1.500 Schüler auf die Straße, in Dornbirn zählten die Sicherheitskräfte etwa 1.500 Demonstranten. Kleiner waren die Veranstaltungen in Innsbruck (900 Demonstranten) und Klagenfurt (300 Demonstranten).

Besonders kurios waren die Protestaktionen in Innsbruck und Dornbirn, wo sich Schüler mit Lehramtsstudenten und Lehrern verbündeten. Die Pädagogen protestierten gegen das neue Dienstrecht.

Forderungen der Schüler

Die Demonstranten forderten unter anderem die Überarbeitung des Beurteilungsschlüssels in Mathematik, die Abschaffung der Zwei-Drittel-Hürde bei den Grundkompetenzen, eine klare Definition des Lernstoffs, die Verwendung von Wörterbüchern, genügend Vorbereitungszeit zwischen der schriftlichen und mündlichen Reifeprüfung und ein Streikrecht für Schüler und Schülerinnen.

In Wien wurden die Schüler auch dazu aufgerufen, sich nicht mit der Drohung, das Fernbleiben vom Unterricht würde in unentschuldigten Fehlstunden münden, "einschüchtern" zu lassen. Tipps, das Verbot zu umgehen, gab Stadtschulratpräsidentin Susanne Brandsteidl höchstpersönlich: So sei es möglich, eine Entschuldigung aus "persönlichen Gründen" einzubringen.

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