Ein 16- und ein 17-Jähriger müssen ins Gefängnis, weil sie Schüler ausgeraubt und zu erpressen versucht haben. Zwei Komplizen kamen mit bedingten Strafen davon. An den Urteilen ist nichts zu rütteln, sie sind rechtskräftig.
Der 17-Jährige muss 14 Monate lang, der jüngere Haupttäter ein Jahr lang hinter Gitter. Grund für die Gefängnisstrafen ist die Vorgeschichte der Angeklagten. Die beiden waren schon im Februar zu acht Monaten bedingt bzw. einem Jahr unbedingt verurteilt worden, weil sie mit Softguns in eine Wohnung in Simmering eingedrungen waren, um Gold- und Silberbarren zu stehlen. Der 17-Jährige ersparte sich die Haft, weil er einen Drogenentzug machte.
Diesmal ging es unter anderem um versuchte Erpressung. Die beiden Hauptangeklagten und zwei weitere Komplizen drohten zwei Burschen am 30. April Schläge an, wenn sie nicht 100 Euro täglich bezahlen würden.
Nachdem eines der Opfer zur Polizei gegangen war, lauerten die vier Burschen den beiden Jugendlichen am 18. Mai auf, schleppte sie in ein Stiegenhaus und hielten sie zwei Stunden lang fest. Sie schlugen die beiden Schüler, nahmen ihnen die Mobiltelefone und 15 Euro ab und warfen ihre Hosen weg.
"Einfach wie Opfer ausgesehen"
Auch ein Raub in der U3-Station Gasometer war Gegenstand des Prozesses. Mehrere Jugendliche waren am 12. Juni mit Faustschlägen attackiert und beraubt worden. "Diese hätten einfach wie Opfer" ausgesehen, sagten die Angeklagten. Auf den Grund für die Tat angesprochen, führte der 17-Jährige schnelles Geld, "ohne dass ich viel tun muss", als Motiv an.
Die beiden Komplizen kamen mit einer sechsmonatigen bedingten Strafe davon, weil sie bis dato eine weiße Weste gehabt haben.