14-Jährige bekommt ihre eigene Bahn-Haltestelle

Karina Kozlova wohnt in einem abgelegenen russischen Dorf. Bis anhin war sie den ganzen Tag unterwegs, um in die Schule und zurück zu kommen – bis jetzt.

Die russische Bahngesellschaft hat vor einigen Tagen eine neue Haltestelle auf der Strecke zwischen Sankt Petersburg und der Hafenstadt Murmansk auf der nordrussischen Halbinsel Kola eingerichtet – in dem 50-Seelen-Dorf Poyakonda.

Zugute kommt dieser neue Zug-Stopp genau zwei Menschen: der Schülerin Karina Kozlova (14) und ihrer Großmutter Natalja Wiktorowna. Bis jetzt mussten Enkelin und Großmutter täglich dreieinhalb Stunden reisen, damit das Mädchen jeden Tag ins nördlich gelegene Knyazhaya zur Schule gehen kann.

Um 7 Uhr weg, erst um 21 Uhr wieder daheim

Wie das russische Portal "Gudok" berichtet, ist in Poyakonda ein Bio-Forschungsinstitut der staatlichen Universität von Moskau angesiedelt. Auch Karinas Eltern sind in dem wissenschaftlichen Zentrum angestellt. Die einzige Bahn, die bisher täglich in Poyakonda anhielt, war ein Bummelzug, der erst spät am Abend den kleinen Ort erreichte.

Für Karina und ihre Großmutter hieß es darum, um 7.10 Uhr das Haus zu verlassen und erst gegen 21 Uhr wieder von der Schule zurückzukehren. "Ich habe das zehn Jahre lang gemacht", sagt Natalja Wiktorowna. Am Anfang habe sie auch andere Kinder bis zur Schule begleitet und dann nach Hause gebracht, inzwischen seien diese aus Poyakonda weggezogen, so die Frau.

Seit einigen Tagen können Karina und ihre Großmutter den Direktzug um 15.51 Uhr nehmen, der extra für sie in Poyakonda anhält. (kle)

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