Schutzgeld erpresst, doch Polizei lässt Täter laufen!

Bild: Lisi Niesner

Darf die Polizei einen vertraulichen Informanten im Milieu schützen, wenn der selbst Straftaten begeht? Interne Ermittler sind mit Freiheiten eines mutmaßlichen Spitzels befasst, die sprachlos machen.

Licht lockt Gelichter an: Mit Fleiß und Geschick hatte der Serbe Darko J. (42) in Wien eine Baufirma zum Florieren gebracht, da bekam er vergangenen Herbst Besuch. Landsmann Pedrag B. (37) soll dem Aufsteiger erklärt haben, weiterhin ungestört und unverletzt Geschäfte zu machen, hätte einen Preis: 100.000 Euro Schutzgeld.

Darko J. sagt: "Ich habe abgelehnt – und wurde am 10. Oktober in einer Garage in Ottakring von zwei Männern niedergeschlagen, die mir dabei ,Grüße von Pedrag‘ bestellt haben." Das Opfer zeigte den Erpressungsversuch und die Körperverletzung an – und erlebte Wundersames. Denn drei Monate lang geschah nichts: keine Einvernahme von Zeugen oder des Verdächtigen, der im Ruf eines Polizeispitzels steht.

Starke Indizien dafür: Obwohl Pedrag B. illegal in Österreich lebt, betreibt er ein Lokal in der Koppstraße. Und als Opfer Darko eine Funkstreife rief, weil er seinen Peiniger in einem Beisl sah, führten die Cops irgendeinen Gast ab. Pedrag B. aber entwischte durch die Hintertür.

Das war der Moment, in dem Darko J. bei Anwältin Heike Sporn Hilfe suchte. Die brachte den Fall jetzt vor interne Korruptionsermittler (BAK). Erster Erfolg: Pedrag B. wurde endlich eine Ladung zugestellt. Danach sollen auch "Freunde und Helfer" zur Einvernahme.

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