Schwamm drüber

Umfragen sind wie Pilze. Sie schießen gern aus dem Boden, sind aber mit Vorsicht zu genießen. Trotzdem: Was Sie auf dieser Seite lesen, erklärt ziemlich gut, warum es in der Koalitionsehe derzeit kriselt.

Denn: Die Kern-Show zeigt Wirkung. Die SPÖ mit dem 24/7 omnipräsenten Kanzler liebäugelt mit 30 Prozent, die FPÖ liegt in Kussweite. Wären am Sonntag Wahlen, könnte die Braut Kern, nicht Strache heißen. Die ÖVP dagegen dümpelt bei 19 Prozent herum. Zwei Neujahrsansprachen, ein besseres Ministerteam, Erfolge wie etwa das Schulpaket – nutzt alles nichts. Rien ne va plus.

Der Rote hat die Schwarzen mit seiner Rede am falschen Fuß erwischt, sein "Plan A" ist in aller Munde, auch beim politischen Gegner, der mit Wortmeldungen eifrig (und unbewusst) Reklame dafür macht. Nun frage ich mich: Wie kann es sein, dass sich eine Partei derart vorführen lässt? War unbekannt, dass Kern eine Rede hält?

Ist neu, dass der Kanzler aus dem Marketing kommt? Jeder Fußballverein in der Regionalliga ist besser auf einen Gegner vorbereitet. Die ÖVP schaut mit offenem Mund zu, wie vor ihren Augen gedribbelt wird. Weiter so, dann heißt es bald: Schwamm drüber

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