Schwangere darf gewaltsam ins Spital gebracht werden

Die 21-jährige Britin muss aufgrund ihrer Platzangst zur Entbindung in ein Krankenhaus - zum Wohl des Kindes. (Symbolbild)
Die 21-jährige Britin muss aufgrund ihrer Platzangst zur Entbindung in ein Krankenhaus - zum Wohl des Kindes. (Symbolbild)Getty Images/iStockphoto
Ein britischer Richter hat nun entschied, dass eine junge Frau, die unter Platzangst leidet, ihr Kind in einem Krankenhaus zur Welt bringen muss.

Menschen, die unter Agoraphobie - besser bekannt als Platzangst - leiden, haben oft Angst das Haus zu verlassen, sind in geschlossenen Räumen aufzuhalten oder auch vor Menschenmassen. Eine Angststörung, unter der auch eine 21-jährige Schwanger aus Großbritannien leidet. Sie hat seit vier Jahren das Haus kaum verlassen und wollte ihr Baby eigentlich in den eigenen vier Wänden zur Welt bringen.

Doch ein Londoner Richter hat jetzt anders entschieden, wie "The Guardian" berichtet. Zum Wohl des Kindes muss die junge Frau zur Entbindungin ein Krankenhaus gebracht werden - notfalls auch gewaltsam. "Ich bin überzeugt, dass es im besten Interesse dieser Mutter ist, wenn im Falle einer Notwenigkeit etwas geschulte Gewalt und Fixierungen angewendet werden, um sie ins Krankenhaus zu bringen", sagte der Richter bei seiner Entscheidung am Court of Protection. Vor diesem Gericht werden Fragen in Bezug auf Personen behandelt, denen die geistige Fähigkeit fehlt, selbst verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Eben diese fehle der 21-Jährigen aufgrund ihrer Agoraphobie in Bezug auf die Geburt ihres Babys, so der Richter.

Psychische Schäden nicht auszuschließen

Die Forderung für die Anwendung von Gewalt kam von Seiten des Krankenhauses. Allerdings legte der Richter fest, dass das in Fixierungstechniken geschulte medizinische Fachpersonal nur minimale, verhältnismäßige Gewalt anwenden dürfe. Auch  Druck auf das Zwerchfell oder den Unterleib sei dabei untersagt und schon gar nicht dürfe die junge Frau in Bauchlage gebracht werden, wenn diese sich weigere, das Haus zu verlassen. Fixiert werden dürfe sie nur im Notfall. Er gestand ein, dass dieses Szenario "natürlich unattraktiv", jedoch wichtig für die sichere Geburt des Kindes sei.

Fachleute warnen, dass eine gewaltsame Einlieferung ins Krankenhaus psychische Schäden bei der werdenden Mutter hervorrufen könne.

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