Die Reporterin Charlotte Bellis arbeitete zuletzt für den TV-Sender Al Jazeera in Afghanisten, verließ das Land im September und stellte in Katar, Sitz ihres Arbeitgebers, fest, dass sie schwanger ist (obwohl Ärzte ihr vorab gesagt hatten, dass dies nicht möglich sei).
Seitdem versuchte die 35-Jährige vergeblich, heimkehren zu können. In Katar konnte sie nicht bleiben, unverheirateten Schwangeren drohen Haft oder 100 Peitschenhiebe.
Die Covid-Regeln Neuseelands wiederum zwingen selbst Staatsbürger, sich nach der Einreise in vom Militär betreute Quarantänehotels zu begeben. Doch die Plätze sind begrenzt, Tausende stehen auf der Warteliste. Zunächst zog Bellis mit ihrem Freund Jim Huylebroek, ebenfalls Journalist, in dessen Heimat Belgien. Die Reporterin selbst fühle sich von ihrem Heimatland verraten.
Doch dort hat sie keine Aufenthaltsgenehmigung. Das einzige Land, für das beide ein permanentes Visum haben, ist Afghanistan (da Huylebroek in Afghanistan arbeitet, Anm.). Bellis schrieb ihren Taliban-Kontakten, die grünes Licht gaben: "Sag den Leute einfach, ihr seid verheiratet. Wenn es Probleme gibt, gib Bescheid", riet man ihr. Das Paar lebt nun in Kabul, will aber weiterhin nach Neuseeland. Sie selbst bezeichnet die Lage als "bittere Ironie".