Österreich

Schwangere und Familie ersticken in Brunnen

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:22

Unter tragischen Umständen sind am Sonntagabend drei Mitglieder einer Familie - Vater, schwangere Tochter und Schwiegersohn - im Waldviertel ums Leben gekommen. Sie starben in einem Brunnenschacht in Fichtenhöfen in der Gemeinde Schönbach (Bezirk Zwettl) vermutlich an einer CO-Vergiftung. Der genaue Unfallhergang stand vorerst nicht fest, teilte die Polizei mit.

Familiendrama im Waldviertel: Zuerst starb ein 54-Jähriger in einem Brunnen, danach seine 26-jährige Tochter, die ihren Vater retten wollte, und zuletzt auch noch der Schwiegersohn, der ebenfalls zur Hilfe eilte. Tragisch: Die 26-Jährige erwartete ein Baby.

Der Unfallort im (Fichtenhöfen bei Schönbach) befindet sich wenige hundert Meter vom landwirtschaftlichen Anwesen der Familie entfernt im Wald. Laut Polizei soll der Vater vorgehabt haben, Schwammerl suchen zu gehen, als er gegen 19.15 Uhr in den Schacht stürzte.

Warum aber der 54-Jährige in den zehn Meter tiefen Brunnen stürzte oder stieg, war am Montag noch unklar. Fest steht, dass die 26-Jährige versucht hatte, den Mann zu retten. Letztlich stieg auch der Schwiegersohn in den Schacht. Er hatte zuvor noch telefonisch Alarm geschlagen.

Die Einsatzkräfte waren kurz vor 19.30 Uhr alarmiert worden. Der Brunnenschacht soll etwa acht Meter tief sein. Die Helfer der FF Schönbach und Bad Traunstein hätten eine "sehr hohe CO-Konzentration festgestellt", sagte Resperger. Die Feuerwehrleute mussten sich dem Sprecher zufolge unter Atemschutz abseilen, um die Opfer zu bergen.

Für die beiden Männer kam jede Hilfe zu spät. Wiederbelebungsmaßnahmen blieben erfolglos. Die schwangere Frau wurde von "Christophorus 2" abtransportiert. Sie war ebenfalls wiederbelebt worden, starb jedoch auf dem Weg in ein Krankenhaus. Neben "Christophorus 2", der Feuerwehr, dem Roten Kreuz und dem Samariterbund rückten auch Kriseninterventionsteams aus. Familienangehörige mussten ebenso betreut werden wie Helfer, die am Unfallort im Einsatz waren.

Fest steht: In dem mehr als zehn Meter tiefen Brunnen werden auch Messungen durchgeführt. "Das ist ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen." Die Polizei geht jedenfalls von einem Unfall aus.

Obduktion soll Klarheit bringen

Untersuchungen dahin gehend, wie genau die Frau und die beiden Männern ums Leben gekommen waren, standen auch am Montag noch aus. Die Leichen wurden vorerst nicht zur Beerdigung freigegeben. Die Leichen sollten im Laufe des Tages obduziert werden. Ein "wesentliches Kriterium" sei das vorläufige Ergebnis der Obduktion, das am Mittwoch erwartet werde. Die Blutauswertung werde längere Zeit in Anspruch nehmen. Faktum sei, dass die beiden Männer und die Frau in dem Brunnenschacht nahe einem Bauernhof im Ortsteil Fichtenhöfen von Schönbach das Bewusstsein verloren hatten.

Ort steht unter Schock

 "Man kann es nicht in Worte fassen", sagte Ewald Fröschl (ÖVP), Bürgermeister der etwas mehr als 800 Einwohner zählenden Waldviertler Marktgemeinde. "Wir wollen so gut wie möglich helfen. Und das werden wir auch tun."

Die im Juli 2010 gegründete "Initiative Schönbach" für in Not geratene Gemeindebürger werde den Hinterbliebenen ebenfalls Hilfe leisten. Nicht zuletzt haben der Verein und die Gemeinde ein Spendenkonto (AT18 3299 0000 0300 3555) eingerichtet.

 

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen