Schwarz-blaue Regierung in Wr. Neustadt geplatzt

Bild: Fritz Schaler

Knalleffekt am Mittwochmorgen in Wr. Neustadt: Auf der Zielgeraden ging dem blau-schwarzen Verhandlungsteam der Sprit aus. Schuld soll jeweils nur die andere Partei sein.

Die "bunte" Koalition VP-FP-Sluka-Haberler ist (vorerst) Geschichte. Die Dramaturgie:

Dienstagabend: Der VP-FP-Deal scheint fix (auch mit Listen und der FP-Vorstand gibt grünes Licht) – Klaus Schneeberger möchte am Mittwoch in einer Pressekonferenz als Bürgermeister präsentiert werden. Die FP will aber am Mittwoch inhaltlich weiterverhandeln.

Mittwoch 8 Uhr VP-Büro: Nach nur drei Minuten ist das Gespräch vorbei. Die Blauen fühlen sich unter Zeitdruck gesetzt, Schneeberger sieht keine Vertrauensbasis. "Viel Spaß mit den Roten", so Schneeberger in Richtung FP und geht.

9.10 Uhr: Klaus Schneeberger: "Die Gespräche standen vor dem Abschluss. Es geht aber um die Stadt, nicht um Ämter. Der Ball liegt jetzt bei SP und FP."

12.00 Uhr: FP-Konferenz mit Landeschef Walter Rosenkranz im Hotel Corvinus. Michael Schnedlitz und Udo Landbauer: "Wir sind schockiert, Schneeberger hat die Verhandlung gesprengt. Warum wollte Schneeberger Christian Stocker (Anm.: VP) unbedingt als Vize haben, wenn es nicht um Ämter geht?"

Krimi in Wr. Neustadt geht weiter: Mehrere Varianten jetzt denkbar

Nach dem abrupten Ende der Gespräche zwischen VP und FP werden die Karten im Koalitionspoker neu gemischt. Horst Karas (SP): "Der Abbruch interessiert mich nur am Rande. Ich habe einen klaren Zeitplan und lasse mich nicht hetzen."

Horst Karas und Martin Weber weiter: "Wir ziehen unsere Verhandlungen beinhart durch." Und: Am 20. Februar ist Stadtparteiausschuss der Roten (fünf Stadträte, 17 Mandate sind zu vergeben). Bezüglich Bündnis gibt es jetzt mehrere Möglichkeiten: Die SP schlägt Kapital aus dem Abbruch und gewinnt die FP für sich.

Es kommt zu einer großen Koalition mit oder ohne den Grünen an Bord (Kontrollausschuss für Grüne?). Oder die Blauen und Schwarzen setzen sich erneut an einen Tisch. Denn Klaus Schneeberger sagte noch am Mittwoch: "Ich stehe weiterhin als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung."

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