Die Geschworenen konnten sich nicht darauf einigen, den 47-Jährigen wegen Mordes zu verurteilen. Also wurde Michael Dunn am Samstag nur wegen versuchten Totschlags an den drei Freunden des Opfers verurteilt, diese hatten überlebt. Der Weiße hatte im November 2012 an einer Tankstelle in Jacksonville das Feuer auf vier schwarze Jugendliche eröffnet, einer war ums Leben gekommen.
Der Software-Entwickler Michael Dunn hatte angegeben, er habe sich bedroht gefühlt. Laut Polizei hatte er sich über zu laute Musik aus dem Geländewagen der Jugendlichen beschwert.
Kein Ergebnis bei Mordanklage
Die zwölf Geschworenen konnten sich während ihrer viertägigen Beratungen jedenfalls nicht auf eine Verurteilung wegen Mordes einigen. Richter Russell Healey forderte die Jury daraufhin auf, noch einmal eine Einigung zu versuchen, was aber nicht gelang. Daher erklärte Healey die Mordanklage für ergebnislos.
60 Jahre Haft für 10 Schüsse
Dennoch drohen dem Angeklagten mindestens 60 Jahre Haft wegen versuchten Totschlags in einem besonders schweren Fall an den drei überlebenden Jugendlichen. Er hatte zehn Mal auf das Auto geschossen.
"Ein Mensch ist gestorben"
Der prominente Bürgerrechtsaktivist Al Sharpton kritisierte das Urteil als "enttäuschend". Es trage nicht der Tatsache Rechnung, "dass ein Mensch gestorben ist". Davis' Vater Ron sagte, Dunn werde während seiner langen Haftzeit "lernen, dass er die Tötung meines Sohnes bereuen muss". Es gebe viele Jugendliche, die auf der Straße Angst haben müssten. Wenn sie in einen Streit gerieten, werde ihre Tötung als "Kollateralschaden" angesehen. Diese Jugendlichen "sollten eine Stimme haben".
Parallelen zur Causa Trayvon Martin
Der Prozess gegen Dunn wurde von Bürgerrechtlern aufmerksam verfolgt. Er hatte Erinnerungen an den geweckt, der im Februar 2012 in Florida von dem Nachbarschaftswächter George Zimmerman getötet worden war. Ein Geschworenengericht sprach den Schützen wegen Notwehr frei. Er hatte ausgesagt, er habe sich durch den Teenager bedroht gefühlt. Martin trug allerdings keine Waffe bei sich. Der Fall hatte eine Rassismusdebatte ausgelöst.