Die Kontrolleure der Wiener Linien, die "Schwarzkappler", müssen zukünftig Rassismus-Schulungen absolvieren. Grund dafür ist eine Kontrolle in der U2, bei der zwei Schwarzafrikaner übel beschimpft worden sein sollen.
Die Kontrolleure der Wiener Linien, die "Schwarzkappler", müssen zukünftig Rassismus-Schulungen absolvieren. Grund dafür ist eine Kontrolle in der U2, bei der zwei Schwarzafrikaner übel beschimpft worden sein sollen.
"Ich möchte mich über einen Ticketkontrolleur beschweren, der heute in der U2 Richtung Aspernstraße einen - meiner Meinung nach - absolut inakzeptablen und rassistischen Tonfall gegenüber zwei Passagieren und auch mir gegenüber an den Tag gelegt hat", schrieb Julia S. auf der Facebook-Seite der Wiener Linien. Erst sollen am 29. März die beiden Kontrollierten beschimpft worden sein, als sie "nicht augenblicklich" ihre Tickets präsentieren konnten, dann sei S. ins Visier des Kontrolleurs geraten.
Als S. den Kontrolleur auf sein unakzeptables Verhalten aufmerksam machte, sei ihr erklärt worden, dass sie "die beiden Neger doch mit nach Hause nehmen solle, wenn ich sie so in Schutz nehmen wolle" und dass sie einer dieser "Grün wählenden Gutmenschen" sei, "die demonstrieren gehen und Österreich zum Zerfall bringen". Auch ein anwesender Polizist, der vom Wiener-Linien-Mitarbeiter verständigt wurde, hätte den Kontrolleur nicht beruhigen und die Situation nicht entschärfen können.
Wiener Linien zogen Konsequenzen
Die Wiener Linien zogen umgehend Konsequenzen und führten mit dem Kontrolleur ein Gespräch, in dem er erklärte, das Wort "Neger" sei nie verwendet worden. Außerdem gebe es zwei unterschiedliche Darstellungen: Eine Seite behaupte, dass zwar die Kontrollierten Ausweise und Tickets bei sich hatten, aber trotzdem die Polizei verständigt wurde. Die andere Seite, der "Schwarzkappler", erklärte, dass einer der Männer keinen Fahrtausweis bei sich hatte und deswegen mit dem Kontrolleur aussteigen musste.
Jedenfalls wollen die Wiener Linien nun ihre Mitarbeiter sensibilisieren und in Zusammenarbeit mit der Organisation ZARA (Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit) Schulungen für "Schwarzkappler" durchführen. Diese Schulungen sollen in bereits bestehende Kurse für Kontrolleure integriert werden.