Schweine für Kindersitz-Crashtest getötet

Lebendige Schweine werden in China als Crashtest-Dummies missbraucht. (Symbolbild)
Lebendige Schweine werden in China als Crashtest-Dummies missbraucht. (Symbolbild)Bild: iStock
Fotos zeigen: In China werden für die Entwicklung von Kindersitzen Schweine getötet. Tierschützer gehen jetzt dagegen auf die Barrikaden.
Eine chinesische Forschergruppe hat in der amerikanischen Fachzeitschrift "International Journal of Crashworthiness" Testreihen zur Wirksamkeit unterschiedlicher Gurtsysteme veröffentlicht. Darauf zu sehen: 10 Wochen alte Tibetanische Zwergschweine, die eine Beruhigungsspritze bekommen und anschließend als Crashtest-Dummies auf einem Schlitten geschnallt mit bis zu 50 km/h in den Tod fahren.

Die Forscher vom Institute for Traffic Medicine verteidigen ihre Arbeit damit, dass sich die Daten von Erwachsenen-Crashtests nicht so einfach auf die Anatomie von Kindern übertragen ließen.

Hälfte der Tiere starb nach Crashtest



Tierschützer sind schockiert. "Intelligente und empfindsame Tiere wie Schweine bei Hochgeschwindigkeits-Crashtests in China gegen Wände knallen zu lassen, ist schlichtweg grausam", sagt Anne Meinert, Referentin Tierversuche bei der Tierschutzorganisation Peta zur "Bild". "Das führt zu schweren Brüchen, Quetschungen, Schnittwunden und schrecklichen Todesfällen." Etwa die Hälfte der Tiere starb in den Crashtests direkt durch die Wucht des Aufpralls, die anderen Schweine überlebten einige Stunden.

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Fakt ist, Schweine sind in der Forschung sehr beliebt, da ihre Organe in Form und Größe denen von Menschen gleichen und sie - im Vergleich zu elektronisch ausgestatteten Crashtest-Dummies - relativ wenig kosten. Prinzipiell haben Autohersteller ihre Tierversuche für Emissions- und Sicherheitstests bereits Mitte der 1990er-Jahre beendet, nachdem Peta die Sache öffentlich machte.

US-Militär testet Bomben an Schweinen



Doch hinter verschlossenen Labortüren wird vielerorts weitergeforscht: Noch 2008 testete das US-Militär mit betäubten Schweine die Wirkung von Straßenbomben, im Vorjahr kam raus, dass die deutschen Autobauer VW, Daimler und BMW Affen über Stunden Abgasen ausgesetzt haben und erst kürzlich gingen Undercover-Bilder aus dem Tierversuchslabor LPT, einem der größten Tierversuchslabore Deutschlands, um die Welt ("Heute.at" hat berichtet).

Wer die chinesischen Schweine-Crashtests finanziert (hat), ist noch unklar. Die Third Military Medical University der Millionenmetropole Chongqing soll für die Versuche jedoch spezielle Fördermittel freigegeben haben.

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