Schweinefleisch-Pflicht: Wiener Schule lehnt Muslima ab

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Cancan (16) weigert sich, Schweinefleisch und Alkohol zu probieren - und darf deswegen die Bundesschule für wirtschaftliche Berufe in der Kalvarienberggasse nicht besuchen. Ein Skandal, findet auch die Kultusgemeinde.

Laut einem Bericht der (Print-Ausgabe, 9.9.2016) haben sich die Eltern der 16-jährigen Cancan bei der Schulanmeldung ihrer Tochter geweigert, zu unterschreiben, dass die gläubige Muslima im Kochunterricht Schweinefleisch und Alkohol probieren muss. Folge: Das Mädchen wurde an der Bildungsanstalt in Wien-Hernals abgelehnt. Dem Bericht zufolge habe die Sekretärin der 16-Jährigen erklärt, sie müsse nur "ein bisschen kauen und kann es dann ausspucken". Reaktion des Vaters: "Ich finde das lächerlich. Ein Vegetarier wird auch nicht ein paar Mal auf einem Huhn rumkauen und es dann ausspucken."

In einem Schreiben des Bildungsministeriums heißt es demzufolge, dass es sich bei der Verkostung von Fleisch und alkoholischen Getränken um wesentliche Lehrstoffbereiche handle, die für einen positiven Abschluss unabdingbar seien. "Ich empfinde das als unglaublich und gegenüber Muslimen und Juden als schwerstens diskriminierend", zitiert die "Presse" den Generalsekretär der Israelitischen Kultusgemeinde, Raimund Fastenbauer. Diese Praxis verstoße gegen die Religionsfreiheit. Das Bildungsministerium sieht das anders: "In Tourismusschulen lernt man, alle Gerichte abzuschmecken, schließlich müssen die Absolventen dann auch universell einsetzbar sein."
Für Cancan gab es letztlich doch ein Happy End: Laut dem Bericht wurde sie in der Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe in der Strassergasse in Döbling aufgenommen.

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