Schweinefleischverbot in Kindergärten: Fakenews!

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Schweinefleisch-"Verbot" in städtischen Kindergärten: Servus-TV kündigt falsche Story groß an. Medien, wie krone.at und oe24.at springen auf.
Ein angebliches Schweinefleisch-Verbot in den Kindergärten und Horten der Stadt Salzburg will Servus TV aufgedeckt haben. Via Presseaussendung kündigte der Privatsender an: "Wie die "SERVUS Nachrichten 19:20" bei ServusTV heute, 07.07.2017, exklusiv berichten, sind Schweinefleisch-Produkte vom Menüplan in von der Stadt Salzburg betriebenen Hort- und Kinderbetreuungseinrichtungen gestrichen."

Der Sender behauptet auch, dass das Büro der zuständigen Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer (SPÖ) diese angeblich schon länger gültige Vorgabe bestätige und unter anderem auf die Bedürfnisse muslimischer Kinder verweise.

"Dass diese falsche Story über andere Medien auch noch groß angekündigt wird, ist schlicht eine Frechheit, da sie in keinster Weise den Tatsachen entspricht", ärgert sich die zuständige Sozial-Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer.

Die Vizebürgermeisterin stellte am Freitag klar:

CommentCreated with Sketch.23 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. • Es gebe keinen diesbezüglichen „Erlass", daher könne er auch nicht zurückgenommen werden.

Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer
Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer
• Dass seit rund fünf Jahren kein Schweinefleisch kredenzt werde, habe sich laut den Einrichtungen aus der gelebten Praxis so ergeben.

• Kinder bevorzugten eben Hühner- oder Putenschnitzel, so die Vizebürgermeisterin.

• Dass bei rund 30 Prozent Migrantenkinder kein Extra-Menü angeboten werden müsse, sei hier nur ein Nebeneffekt.

• Huhn- bzw. Putenfleisch sei zudem gesünder als Schweinefleisch.

• Generell werde versucht, wenig Fleisch in den Kindergärten auszukochen.

• Seit fünf Jahren gebe es zur Speiseplangestaltung – die den Eltern bekannt ist –keinerlei Beschwerden.

• Ganz im Gegenteil: Bei jedweder Bildungsdiskussion sei die Versorgung in den städtischen Kindergärten über alle Parteigrenzen hinweg gelobt worden.

• Das Büro Hagenauer und das zuständige Amt seien Servus TV Rede und Antwort gestanden und haben sie genau darüber informiert.

Stellungnahmen anderer Parteien eingeholt

Die Salzburger Stadt-ÖVP spreche von einem nicht gerechtfertigten "Schnitzel-Erlass", der "umgehend" zurückgenommen werden sollte. Die Stadt-FPÖ ortete einen Versuch "für Zuwanderer ein entsprechendes Essensangebot zu schaffen."

"Die reißerische Aufmachung von Servus TV entbehrt folglich jeder Sachlichkeit und dient wohl einzig der Quotenhascherei im beginnenden medialen Sommerloch. Mit seriösem Journalismus hat das nichts mehr zu tun", so Hagenauer. Aufgesprungen auf den Bericht sind am Freitag auch oe24.at und krone.at.

Diese Plattform hat bereits diese Woche mit einem Foto für Ärger gesorgt, auf dem angeblich Kindergartenkinder abgebildet waren, die Kopftuch tragen. Die "Presse" hat aufgedeckt, dass es sich dabei um ein Agenturfoto aus Dänemark handelte mit Kindern zwischen 10 und 12 Jahren.

(red)

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