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Schweizer Corona-Weg wird im Ausland stark kritisiert

Der Schweizer Weg im Kampf gegen Corona wird im Ausland kritisch beobachtet. Die häufigste Kritik: Man stellt die Wirtschaft über die Gesundheit.
20 Minuten
11.11.2020, 16:37

Diverse Länder in Europa befinden sich derzeit in einem zweiten Lockdown. In der Schweiz wählte man einen anderen Weg. Statt eines Lockdowns wie in diversen anderen Ländern, setzt man auf Eigenverantwortung und milde Maßnahmen. 

Dieser Entscheid wird im Ausland hinterfragt, besonders, da die Strategie des Bundes mit Testen, Contact Tracing, Isolation, Quarantäne gescheitert ist. Der "Tages-Anzeiger" hat diverse Medien im Ausland durchforstet und festgestellt – neben harten Vorwürfen gibt es auch spitze Bemerkungen.

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Schweiz im "Blindflug"

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", kurz "FAZ", spricht von einem "Blindflug" der Schweiz. Die Pause im Sommer wurde nicht genutzt, um die Testkapazitäten und die Kontaktnachverfolgung stark auszubauen, wie es die wissenschaftliche Taskforce forderte. Man habe stattdessen zu früh auf den "Kantönligeist" gewechselt.

Schwere Vorwürfe gibt es von der US-Fachzeitschrift "Foreign Policy". In ihrem Text steht: "Die Schweiz hat immer noch das Gefühl, ein Spezialfall zu sein." Da die Schweiz bislang noch keine wirkliche Krise wie Kriege, Naturkatastrophen und Terrorattacken meistern musste, habe man das Gefühl, immun gegen die Probleme der Welt zu sein.

Die britische Zeitung "Financial Times" spricht von einer "riskanten Strategie" und sehr "milden Entscheiden". Für die Zeitung ist die Schweiz wirtschaftlich gut gefahren, jedoch auf Kosten des Gesundheitssystems.

Die Zeitschrift weiter: "Die Wirtschaft werde stärker gewichtet als Leben zu retten." Die Autoren fragen sich, was mit dem Land, das für seine Sicherheit und gute Regierungsführung bekannt ist, passiert sei.

"Riskante Strategie"

Bei der "Welt" vergleicht man die Schweiz mit Schweden. "Die Schweiz ist beim Corona-Management das zweite Schweden", schreibt die Zeitung. Die "Süddeutsche Zeitung" stellt sich die Frage, weshalb sich der Bundesrat trotz großem Anstieg mit harten Entscheiden zurückhält. Sie sieht den Grund in der Wirtschaft. Die Schweiz sei stets sehr wirtschaftsliberal.

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