Kurios: Die Behörden im Schweizer Kanton Zug rufen die Einwohner dazu auf, ihre Steuern so spät wie möglich zu bezahlen. Der Grund: Die ohnehin verschwindend geringen Steuern verursachen hohe Negativzinsen auf den Konten des Kantons.
Im Schweizer Kanton Zug sind die Steuern verschwindend gering. Gerade deswegen sind hier viele reiche Schweizer und Ausländer angesiedelt. Und die werden nun auch noch dazu aufgerufen, ihre Steuern möglichst spät an die Finanzbehörden zu überweisen.
Strafzinsen fürs Steuerkonto
Der Grund ist paradox: Seit die Schweizer Nationalbank die feste Bindung des Franken an den Euro aufgehoben hat, ist der Zinssatz für Sparguthaben auf Konten ins Minus gerutscht. Das bedeutet, dass der Kanton für Steuergeld auf seinen Konten Strafzinsen zahlen muss.
Die Behörde sagte der "Financial Times": "Angesichts der lang anhaltenden Niedrigzinsperiode in der Schweiz und der negativen Zinssätze hat der Kanton keinen Anreiz, seine Steuerzahler zu vorzeitigen Zahlungen zu bewegen. Der Kanton hat im Gegenteil ein Interesse daran, Geld so spät wie möglich zu erhalten, damit er weniger Negativzinsen zahlt."
Der Skontoabzug für Frühzahler wurde im Dezember abgeschafft, gleichzeitig gibt es keine Verzugszinsen mehr, wenn man zu spät zahlt.