Eine freikirchliche Gemeinschaft wurde am Sonntagabend um 20.15 Uhr in ORF 2 zum "Tatort", als Reto Flückinger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) ihren fünften Fall aufnahmen.
Eine freikirchliche Gemeinschaft wurde am Sonntagabend um 20.15 Uhr in , als Reto Flückinger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) ihren fünften Fall aufnahmen.
Endlich ist die "Tatort"-Sommerpause vorüber, und es gibt es wieder frisches Blut statt Konserven. Den Saisonauftakt bestreitete an diesem Sonntagabend das Schweizer Fernsehen SRF mit dem spannend inszenierten "Wer war es?"-Krimi "Geburtstagskind". Dabei hatten es die Ermittler um Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) im fünften "Tatort" aus Luzern keineswegs leicht: Ein Mädchenmord im Beziehungsgeflecht einer christlichen Sekte namens "Kreis der Gnade" sowie einer zerrütteten Familie.
Immer wieder stießen das Kommissar-Duo an eine unsichtbare Wand. "Wir vertrauen mehr auf die Gemeinde als auf die Polizei", bekamen sie zu hören. Kein Wunder, dass man da auch mal ausrastet und ganz unschweizerisch laut wird. Der Berner Drehbuchautor Moritz Gerber und der Luzerner Regisseur Tobias Ineichen - längst ein "Tatort"-Routinier - ließen den Kommissar-Darstellern Raum, um das Persönlichkeitsprofil von Reto und Liz weiter zu vertiefen.
Kommissarin war selbst ein "Problemkind"
Das macht sie wiedererkennbar und stärkt die Zuschauerbindung. So erfuhren wir diesmal über Liz, dass sie selbst ein "Problemkind" war. Auch sie hat sich einst nachts aus dem Haus geschlichen, genau wie das Mordopfer Amina. Deshalb kann sie sich gut in die Lage des Mädchens hineinversetzen, in die komplizierten Familienverhältnisse, unter denen Amina und ihre jüngere Schwester Julia litten.
Eine der zentralen Figuren ist deren Stiefvater Beat Halter. Der Holzfachmann predigt als Sektenvorsteher die Erlösung aller streng Gläubigen durch Gottes Gnade - in seinem beängstigenden Fanatismus glaubwürdig dargestellt von dem Zürcher Schauspieler Oliver Bürgin. Halter hatte die Junkie-Mutter mit ihren Töchtern einst von der Straße geholt. Aminas leiblicher Vater Kaspar Vogt schien damals im Drogenrausch unterzugehen. Inzwischen ist er clean, will ein neues Leben beginnen und drängt seine Ex zur Trennung von Halter.
Inhalt zu "Geburtstagskind"
Die 14-jährige Amina Halter wurde erschlagen im Wald aufgefunden. Schnell erkannten Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer), dass das familiäre Umfeld des toten Teenagers mehr als kompliziert war: der leibliche Vater, Kaspar Vogt (Marcus Signer), ein Querulant und ehemaliger Drogenabhängiger; der Stiefvater, Beat Halter (Oliver Bürgin), der Vorsteher einer christlichen Glaubensgemeinschaft. Zwei Welten prallten aufeinander – und mittendrin Aminas Mutter Ursula (Sarah Spale Bühlmann), die von Halter damals gemeinsam mit ihren beiden Kindern von der Straße geholt wurde.
Am Tag vor Aminas Verschwinden war Kaspar Vogt noch trotz Verbots bei den Halters aufgetaucht und hatte Radau gemacht. Im Zuge ihrer Ermittlungen wurden Flückiger und Ritschard auch mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert. Dann erfuhren sie: Amina war im dritten Monat schwanger, offenbar wurde sie missbraucht. Gemäß DNA-Analyse war die Vaterschaft unbekannt. Die Frage stellte sich: Wie konnte so etwas in dieser strenggläubigen Gemeinde passieren?