Schwere Krawalle bei riesiger Corona-Demo

Teilnehmer der Querdenker-Demo attackierten Polizisten
Teilnehmer der Querdenker-Demo attackierten PolizistenSebastian Willnow / dpa / picturedesk.com
Bei einer Demonstration unter dem Motto "Querdenken" gab es unzählige Attacken auf Polizisten und Journalisten durch die zigtausenden Teilnehmer.

Schon am frühen Morgen trudelten mehr und mehr Reisebusse in Leipzig (Deutschland) ein. Obwohl aufgrund vergangener Querdenker-Demos damit zu rechnen war, dass die Corona-Regeln bewusst missachtet werden, wurde die Demonstration mit 16.000 Teilnehmern genehmigt. Am Ende waren es über 40.000.

Unter den Teilnehmenden befand sich der gewöhnliche Mix aus einfachen Kritikern der Maßnahmen, Familien mit Kindern, Senioren, Impf- und 5G-Gegner, Verschwörungstheoretikern, Corona-Leugnern, QAnon-Anhängern, Neonazis, Reichsbürgern, rechtsextremen Hooligans und Rocker-Banden.

Angriffe auf Journalisten

Bereits am frühen Abend spannte sich Lage zunehmend an. Insgesamt 32 Journalisten wurden vor den Augen der Polizei angegriffen, ein Video auf Twitter zeigt, wie eine Gruppe Männer (außergewöhnlich gut maskiert) einen Medienvertreter mit Faustschlägen und Tritten verprügelt. Die Bilanz der sächsischen Polizei zählte über 100 Straftaten.

Vorfälle wie diese und die erwartbaren Verstöße gegen die Corona-Regeln veranlassten die Polizei schließlich dazu, die Demonstration aufzulösen. Die Teilnehmer ignorierten das gezielt, durchbrachen stattdessen die Polizeiketten, attackierten Beamte mit Flaschen und Steinen, zündeten Barrikaden an und marschierten zu Tausenden auf den Leipziger Ring.

Kritik aus allen Lagern

Dass es überhaupt so weit kommen konnte, zog heftige Kritik aus allen politischen Lagern Deutschlands nach sich. "Es ist unverantwortlich, eine solche Versammlung mit mehr als 16.000 Menschen in Zeiten der Corona-Pandemie in der Leipziger Innenstadt zuzulassen", sagt etwa Roland Wöller (CDU), Innenminister von Sachsen. "Pressevertreter sahen sich den Übergriffen Rechtsradikaler schutzlos ausgeliefert", stellt SPD-Vorsitzende Saskia Esken fest.

Auch Bundesaußenminister Heiko Maas meldete sich zu Wort: "Das Grundgesetz garantiert das Demonstrationsrecht. Wer aber wie in Leipzig Mitmenschen gefährdet, Polizisten und Journalisten angreift, rechtsextreme Hetze verbreitet (...), verlässt den Schutzbereich dieses Grundrechts."

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