Niederösterreich

Schwerer Start ins Leben! Lila Zeichen für Frühchen

Wenn ein Kind vor der 37. Schwangerschaftswoche kommt, gilt es als Frühchen. Um ein Zeichen zu setzen, wurde das Klinikum St. Pölten lila beleuchtet.
Tanja Horaczek
18.11.2021, 12:43

Eine normale Schwangerschaft dauert durchschnittlich 38 bis 42 Schwangerschaftswochen. Babys, die vor der abgeschlossenen 37. Schwangerschaftswoche geboren werden, bezeichnet man auch als Frühgeborene. Die moderne Medizin macht es möglich, dass frühgeborene Babys ab einem Geburtsgewicht von unter 500 Gramm, das ist ca. die 24. Schwangerschaftswoche, in Einzelfällen sogar noch früher, am Leben erhalten werden können. Gestern, am Welt-Frühgeborenen-Tag, wurde das Spital in lila gehüllt.

Familie Franziska und Michael Rameder mit ihren Neugeborenen, Anita Böhm, OberärztinBarbara Badinger-Sobotka, Gabriela Sacher, Anja Reisenbichler, Christina Fussel, Stationsleitung Ilse Stadler, Pflegeassistentin Andrea Reinprecht .
Universitätsklinikum St. Pölten

Jährlich 220 Babys zur Betreuung

Die Klinische Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am Universitätsklinikum St. Pölten, unter der Leitung von Thomas Eiwegger, betreut jährlich rund 220 Babys, die stationäre oder intensivmedizinische Hilfe benötigen. „Trotz aller Fortschritte der modernen Intensivmedizin muss das Ziel der Bemühungen einer modernen integrativen Medizin sein, präventive Konzepte, die Risikofaktoren aufzeigen, mit einer ausgezeichneten Versorgung der Frühgeburten zu verbinden", sagt Eiwegger.

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„"Die Puppe 'Paul' simuliert ein Baby in der 27. Schwangerschaftswoche"“

Die multidisziplinäre intensivmedizinische Versorgung von Frühgeborenen in St. Pölten entspricht höchsten internationalen Standards. Um das zu gewährleisten, erfolgt laut Eiwegger die Teilnahme an globalen Neugeborenenregistern. Darüber hinaus sichert die Abteilung durch ständige Bereitschaft ihrer Oberärzte die Versorgung von Neugeborenen-Notfällen in der Region Niederösterreich Mitte.

Übungspuppe "Paul" im Einsatz

„Es freut mich sehr, dass in dieser Abteilung zur Erhöhung der Versorgungsqualität unserer jüngsten Patienten die Simulationspuppe Paul im Einsatz ist. Paul misst 35 cm, wiegt unter 1.000 Gramm und simuliert ein Frühchen, in der 27. Schwangerschaftswoche. Zweimal im Monat werden, in einem eigens geschaffenen Übungsraum, praxisbezogene Szenarien in einer realistischen Umgebung trainiert“, so LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

Das Team der Neonatologie.
Universiätsklinikum St. Pölten

"Lassen Eltern in der Situation nicht alleine"

„Die Eltern von Frühgeborenen werden von Anfang an schrittweise in die Pflege miteinbezogen. Das ist in einer emotionalen Ausnahmesituation wie dieser besonders wichtig, weil sich viele Gedanken um den Gesundheitszustand und die Zukunft ihres Kindes drehen. Unsere Aufgabe ist es, den Eltern das Gefühl zu geben, dass sie mit der Situation nicht alleine sind, ihre Kompetenzen während des Klinikumsaufenthaltes zu stärken und sie für die Zeit daheim optimal vorzubereiten“, betont Ilse Stadler, Stationsleitung der Frühgeborenen-Intensivstation.