Schwerkranker Lauda fuhr selbst mit dem Auto ins Spital

Niki Lauda (l.) mit Toto Wolff
Niki Lauda (l.) mit Toto Wolffgepa-pictures.com
Mit Niki Lauda verlor die Welt vor einem Jahr einen der beliebtesten und erfolgreichsten Österreicher. Freund und Kollege Toto Wolff erinnert sich an die letzten Monate - und erzählt eine erstaunliche Episode.

Am 20. Mai 2020 jährt sich der Todestag von Niki Lauda zum ersten Mal. Die Formel-1-Ikone starb im 71. Lebensjahr - sechs Montage nach einer im AKH durchgeführten Lungen-Transplantation.

Einer, der bis zuletzt regen Kontakt mit der Legende hatte, ist Toto Wolff. Als geniales Duo führten die beiden Mercedes zu fünf Formel-1-Weltmeistertitel in Folge. Den sechsten durfte Lauda nicht mehr erleben.

Wolff: "Er fehlt mir als Reisegenosse"

Wolff entwickelte sich über die Jahre zu einem guten Freund Laudas. "Er fehlt mir auch als mein Reisegenosse. Wir hatten uns eine kleine private Bubble gebildet während der Renn-Wochenenden. Die bestand aus gemeinsamer An- und Abreise und aus gemeinsamen Abendessen", erzählt der Wiener in einem "Bild"-Interview. "Da wussten wir, dass trotz dieses feindseligen und hoch kompetitiven Umfelds auch mal Zeit war für Privates, um zu lachen, sich zu unterhalten."

"Er hat am Abend gepusht, das war untypisch"

Der Mercedes-Boss erinnert sich zudem noch einmal an jenes Party-Wochenende auf Ibiza, das für Lauda das letzte sein sollte. "An dem Abend war er derjenige, der gesagt hat, wir gehen noch in den Club und noch ins Pacha, da ist Flower Power-Abend. Und wir haben einen Abend verbracht, wie wir das vielleicht als 20- oder 25-Jährige gemacht haben. Er hat diesen Abend gepusht, das war untypisch für ihn", sagt Wolff.

Weil es dem gesundheitlich angeschlagenen Lauda in der Folge schlecht ging, entschied man sich zur vorzeitigen Österreich-Rückkehr. 'Wir müssen heimfliegen, ich muss ins Krankenhaus", habe der von einem Husten geplagte Ex-Rennfahrer erklärt.

Selbstfahrer Lauda

Doch selbst in dieser Notlage sorgte Lauda noch für Lacher. "Als wir in Wien gelandet sind, konnte Niki nur ganz schwer atmen, schon auf dem Flug. Er hat nicht mehr gesprochen, nur genickt und Gernot (Schaffler, Anm.) und er wollten direkt ins AKH fahren", erzählt Wolff der "Bild". "Als wir aus dem Flughafen rauslaufen, sagt Gernot: 'Ich fahre!' Niki schaut ihn, sagt: 'Spinnst?' und setzt sich hinters Steuer. In einem Moment, wo jeder andere leidend von einer Ambulanz abgeholt worden wäre, ist Niki selbst ins Krankenhaus gefahren. Am gleichen Tag kam noch die Nachricht, dass die Lungenfunktion nur noch bei 10 bis 20 Prozent war."

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-AccountCreated with Sketch. heute.at TimeCreated with Sketch.| Akt:
Formel 1Niki LaudaToto WolffMercedes

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen