Schwertgasse: Kein Dachausbau in Barockhaus

Mieter schlugen Alarm, denn: Im denkmalgeschützten Haus Schwertgasse 3 war ein Dachausbau geplant. Nun gibt's einen negativen Bescheid.

Ein einzigartiges Barockhaus mit alten Pawlatschengängen im Originalzustand befindet sich in der Schwertgasse 3. Doch: Der Zustand des denkmalgeschützten Gebäudes schien in Gefahr. Ein Dachausbau war geplant. Mieter liefen gegen den Ausbau Sturm.

Seit vielen Jahren setzen sich die Grünen Innere Stadt für den Erhalt des einzigartigen Barockhauses in der Schwertgasse 3 ein. Als besonders wertvoll gelten vor allem der "Barockhimmel" im Innenhof mit den originalen Pawlatschengängen sowie der ebenfalls im Originalzustand erhaltene Dachstuhl. Beides wäre unwiederbringlich zerstört worden, wenn der von der Eigentümerin (eine Privatstiftung) angestrebte Dachausbau bewilligt worden wäre, so die Grünen.

Dachausbau drohte

Mehrmals wurden Pläne nachgebessert und immer wieder signalisierte die Baubehörde ihre Zustimmung zum Dachausbauprojekt, das aus Denkmalschutz-Sicht höchst problematisch war, so Alexander Hirschenhauser, Klubobmann der Grünen im 1. Bezirk. Doch: "Gemeinsam mit den Mietern des Hauses kämpften wir auf politischer, medialer und juristischer Ebene für die Rettung", so Hirschenhauser.

Nicht genug: Die Mieter wurden vom Eigentümer mehrfach mit Räumungsklagen konfrontiert, so Hirschenhauser – "wir nennen das 'Immo-Mobbing' und es kommt in der für die Immobilienwirtschaft so attraktiven Innenstadt leider allzu oft vor."

Negativer Bescheid rechtskräftig

Auch das Bundesdenkmalamt schien keine Einwände gegen die Zerstörung des barocken Dachstuhls und des einzigartigen Barockhimmels zu haben. Als die jüngsten Dachausbau-Pläne kurz vor der Genehmigung standen, schaltete sich der Grüne Kultursprecher im Nationalrat Wolfgang Zinggl ein und forderte mit Nachdruck die Beiziehung eines international renommierten Denkmalschutzexperten. Mit Erfolg: Dieses Gutachten fiel so vernichtend aus, dass die Pläne durch das Denkmalamt nun abgelehnt wurden. Der negative Bescheid ist bereits rechtskräftig.

Zinggl: "Original-Dachstühle besonders gefährdet"

"Die Wiener Innenstadt ist (noch) mit dem Prädikat Weltkulturerbe ausgezeichnet und das verpflichtet uns alle dazu, darauf zu achten, dass historisch bedeutende Bausubstanz im Originalzustand erhalten wird", sagt Nationalrat Wolfgang Zinggl und ergänzt "besonders gefährdet sind die letzten verbliebenen Original-Dachstühle".

"Natürlich bringt es große finanzielle Gewinne, wenn ein Dachgeschoßausbau mit Panoramafenstern vergoldet werden kann. Doch es darf nicht in jedes schützenswerte Dach eine Sonnenterrasse hineingeschnitten werden", mahnt Hirschenhauser. (gem)

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