Schwester: "Akuter Ärztemangel im Spital"

Lange Wartezeiten, Unterbesetzung von Ärzten in der Notfallambulanz – es gebe laut einer Krankenschwester dringend Handlungsbedarf im Spital St. Pölten.
Akuter Mediziner-Notstand im Spital der Landeshauptstadt? Eine Krankenschwester, die anonym bleiben möchte, wandte sich mit Insiderinfos verzweifelt an „Heute": „Es wird ein Minimalprogramm geführt. Die Notaufnahme ist nach der Normalarbeitszeit (Anm.: 14 Uhr) nur von drei Ärzten besetzt, davon ist einer im Turnus, der nur Erstgespräche durchführen kann." Bleiben die beiden Mediziner, die im Vollstress (24-Stunden-Dienst) „die gesamte Notaufnahme schmeißen" müssen.



Einer kümmere sich um den „hinteren Bereich, wo die schlimmen Fälle" (Patienten, die per Rettung oder Notarzthubschrauber kommen) behandelt werden müssen, der zweite sei für die „normale Notaufnahme für bis zu 100 Patienten zuständig".

Probleme gebe es bei Krankheitsständen, dann sei nur ein Arzt für beide Bereiche zuständig. Dramatisch sei es jetzt im November: „Da können acht Dienste nicht vollständig besetzt werden, da alle Ärzte auf vollem Dienst-Niveau sind."

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. "Nächstes Jahr nochmals zusätzliches Personal"

Thomas Wallner, kaufmännischer Direktor der Uni-Klinik, zur Situation: „Der Zustrom an Patienten nimmt stetig zu, weshalb wir bereits geplant haben, die Notfallambulanz insbesondere im Hinblick auf die Inbetriebnahme der neuen Räumlichkeiten im nächsten Jahr nochmals mit zusätzlichem Personal auszustatten."

Auch in der Nacht versehen derzeit „jedenfalls drei Ärzte Dienst an der Notfallambulanz. Falls erforderlich, kümmern sich zusätzliche diensthabende Ärzte der 3. Medizinischen Abteilung um Patienten der Notfallambulanz."

Weiters betont Wallner: "Die Ärztinnen und Ärzte und die Pflegemitarbeiterinnen und –mitarbeiter der Notfallambulanz der 3. Medizinischen Abteilung leisten täglich hervorragende Arbeit. Mit großem Einsatz bemühen sie sich um das gesundheitliche Wohl von, im Schnitt, 75 Patientinnen und Patienten pro Tag. Das Spektrum umfasst dabei insbesondere akut lebensbedrohliche Erkrankungen. Aber gleichzeitig suchen sehr viele Personen unsere Notfallambulanz mit vergleichsweise wenig dringlichen Zuständen auf, was eigentlich optimal durch die niedergelassenen Hausärztinnen und Hausärzte übernommen werden könnte." (wes)

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