Bereits Monate bevor sie von ihrem Bruder erstochen wurde, hatte die 14-Jährige den Tatverdächtigen und ihren Vater wegen Gewaltübergriffen angezeigt.
Ein Afghane (18) erstach im September seine Schwester (14) in Wien-Favoriten. Das Mädchen war zuhause ausgezogen, weil sie von ihrer Familie unter Druck gesetzt worden war - "Heute"berichtete.
Nun kommen immer mehr Details zu dem Verbrechen ans Licht. Laut orf.at hatte die 14-Jährige ihren Bruder (18) und auch ihren Vater wegen fortgesetzter Gewalt angezeigt. Weil sie geschlagen wurde, war die junge Afghanin in ein Krisenzentrum nach Graz geflüchtet.
Familie stritt alles ab
Dort erstattete sie bereits zehn Wochen vor der Tat Anzeige gegen ihre Verwandten. Die Staatsanwaltschaft ermittelte und vernahm die beiden Verdächtigen. Vater und Sohn bestritten jedoch die Vorwürfe. Die 14-Jährige entschlug sich der Aussage, das Verfahren musste daraufhin Ende Juli eingestellt werden.
Wenige Tage vor ihrer Ermordung dürfte die Situation zuhause wieder unerträglich geworden sein. Das Mädchen bat um die Aufnahme in ein Krisenzentrum. Am 18. September lauerte ihr dann ihr Bruder in der Puchsbaumgasse in Wien-Favoriten auf und erstach sie am Weg zur Schule mit 13 Messerstichen. Die U-Haft über den Mordverdächtigen wurde verlängert, auch gegen den Vater wird ermittelt.
Islamische Regeln zuhause
Die afghanischen Eltern lebten in Wien nach islamischen Regeln. Die 14-Jährige durfte nicht alleine aus dem Haus gehen. Auch Freundinnen treffen und fortgehen waren angeblich tabu. Das Mädchen wollte sich die Einengung nicht gefallen lassen – und bezahlte mit dem Leben. (pet)