Wirtschaft

Schwierige Herbstlohnrunde erwartet

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:29

Die Präsidiale der Metallergewerkschaft (pro-Ge) und der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) stimmt sich auf die Herbstlohnrunde ein. Die Kollektivverhandlungen stehen dieses mal unter besonders schwierigen Vorzeichen nachdem sich die größte Metallersparte, die Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI), aus der gemeinsamen Verhandlungsrunde zurückgezogen hat und mit den Arbeitnehmervertretern eine eigene Lohnrunde führen möchte.

Das wird von den Gewerkschaften massiv abgelehnt - sie warnen vor einem Ende der Sozialpartnerschaft. Pro-Ge-Verhandlungsführer Rainer Wimmer stellt klar: "Das ist ein klarer Bruch der Sozialpartnerschaft. Eine 40-jährige Erfolgsgeschichte und der soziale Friede werden aufs Spiel gesetzt. Wir werden nicht hinnehmen, dass dieser erfolgreiche Kollektivvertrag zerstört werden soll. Wir rufen die Fachverbände zur Vernunft auf, endlich die internen Streitereien einzustellen und gemeinsam an den Verhandlungstisch zurückzukehren."

Klare Worte kommen auch von seinem Verhandlungspartner Karl Proyer, Vizechef der GPA: "Der FMMI will seine gesamtindustrielle Verantwortung nicht wahrnehmen. Ich habe den Eindruck, hier wird unkoordiniert und zerstritten vorgegangen. Was der FMMI will, ist ein Kürzungskonzept, dem werden wir ganz sicher nicht zustimmen."

Künstliche Aufregung?

Beim Thema Arbeitszeitflexibilisierung gibt sich Proyer ebenfalls kämpferisch. "Über die Arbeitszeit können wir nur reden, wenn wir alle gemeinsam an einem Tisch sitzen, da fährt die Eisenbahn drüber", so Proyer.

Christian Knill, Obmann des FMMI und Chef der Knill-Gruppe im steirischen Weiz, gab sich im Vorfeld der Gewerkschafts-Präsidiale konsensual. "Es geht nicht um einen niedrigen Lohnabschluss, sondern um eine langfristige Arbeitsplatzabsicherung."

Man müsse den Abschluss aber als Gesamtpaket sehen - und dazu gehöre neben dem Lohnanstieg eben auch das Thema Arbeitszeit. Die Aufregung über den Wunsch des FMMI über eine eigene Gehaltsrunde kann er nicht nachvollziehen, schließlich hätten sich auch bei den Gewerkschaften die Mitgliedschaften in den einzelnen Verbänden geändert.

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