Seattle baut wegen Corona Häuser für Obdachlose

Die Stadt Seattle bewilligt im Eiltempo Tiny-House-Siedlungen für Obdachlose. So sollen auch diese im Kampf gegen Corona geschützt werden.
Auch in den Vereingten Staaten verbreitet sich das Coronavirus rasant, die Weltgesundheitsorganisation WHO und das amerikanische Center for Disease Control empfehlen auch ihren Bürgern, möglichst zu Hause zu bleiben und Social Distancing zu praktizieren, damit die Verbreitung des Virus verlangsamt werden kann.

Seattle geht dabei noch einen Schritt weiter und hilft Menschen ohne festen Wohnsitz dabei, sich zu schützen. Dafür beschleunigt die Stadt das Bewilligungsverfahren für diverse Tiny-House-Siedlungen, die speziell für Arme und Obdachlose gebaut werden sollen.

In wenigen Wochen bereit



CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Die Radiostation KOMO News hat berichtet, dass die Verantwortlichen der Stadt Seattle 40 verschiedene Tiny-House-Siedlungen bewilligt haben. Um den Obdachlosen auch Schutz vor dem Virus zu bieten, soll die erste dieser Siedlungen bereits in wenigen Wochen fertig sein.

Zwei Dutzend Kleinsthäuser werden zurzeit bereits gebaut. Laut Sharon Lee vom Verein Seattle's Low Income Housing Institute (LiHi) geben alle Beteiligten Gas: "Normalerweise würde der Bau einer solchen Siedlung mehrere Monate dauern, wir wollen es in weniger als vier Wochen schaffen."

Zwei Meter Abstand



Das Geld für die Häuser kommt vom Verein selbst und von großzügigen Spendern. Diverse Freiwillige, darunter viele Schüler, opfern ihre Freizeit, um beim Bau der Häuser zu helfen. "Es ist wirklich schön zu sehen, wie diese Krise uns alle zusammenbringt. Gerade die Jungen sind so wahnsinnig hilfsbereit", sagt Lee.

Besonders wichtig auch im Tiny House: zwei Meter Abstand. Diese Abstandsregelung funktioniert in den Obdachlosenunterkünften meist nicht, in den Kleinsthäusern soll es aber möglich sein. Die Bürgermeisterin von Seattle, Jenny Durkan, sagt in einer Pressemitteilung: "Unsere obdachlosen Mitbürger sind dem Coronavirus mehr ausgesetzt als wir. Als Stadt, als Region und als Land müssen wir etwas dagegen unternehmen."



Mehr gefährdet



Leo Flor, der Direktor des Departments of Community and Human Services, spricht gegenüber der "Seattle Times" über das Risiko: "Gerade bei den Obdachlosen gibt es viele Menschen mit schlechten Voraussetzungen und Vorerkrankungen, die diesen Virus wohl nicht unbeschadet überstehen würden. Das ist wirklich ein Problem."

"Wir haben schon von diversen Obdachlosenunterkünften gehört, dass bei ihnen Menschen mit Corona-Symptomen Unterschlupf gesucht haben. In diesen Schlafräumen liegen diese Menschen manchmal nur wenige Zentimeter voneinander entfernt. Dort ist eine richtige Quarantäne einfach nicht möglich", sagt Flor.

Der Verein LiHi hofft, dass die ersten Bewohner bereits Anfang April in die neuen Häuser einziehen können.





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