Kurz korrigiert Thür im ORF: "Das ist nicht richtig"

Bundeskanzler Sebastian Kurz in der "Zeit im Bild 2"
Bundeskanzler Sebastian Kurz in der "Zeit im Bild 2"Screenshot/ ORF
Bundeskanzler Sebastian Kurz sprach in der "ZiB 2" über das Impf-Chaos in der EU und warum er hofft, dass AstraZeneca-Impfungen fortgesetzt werden.

Das Thema der Ungleichheiten der Impf-Lieferungen beschäftigt die Europäische Union - und Sebastian Kurz. "Dass ein Beschluss der Staats- und Regierungschefs in einer geheimen Sitzung von Gesundheitsbeamten abgeändert wird, das hab ich noch nie erlebt", zeigt sich Bundeskanzler im "ZiB 2"-Interview nach wie vor fassungslos. 

"Nichts davon gewusst"

So würde etwa das Land Malta bis Ende Juni rund drei Mal so viele Impfdosen gegen das Coronavirus bekommen, wie etwa Bulgarien. Wie nun bekannt wurde, hätte auch Österreich aus einem "Zusatztopf" aus nicht verteilten Mengen rund 700.000 Impfdosen mehr bestellen können. 

Kurz selbst habe erst vergangene Woche von der vermeintlich ungleichen Verteilung des Impfstoffs erfahren. "Ich habe auch sofort Gesundheitsminister Rudolf Anschober damit konfrontiert, auch er hat mir glaubhaft vermittelt, dass er nichts wusste", so der Kanzler. Als ORF-Moderator Martin Thür ihn darauf hinweist, dass es sehr wohl Anzeichen gegeben hätte, dass die Regierung schon im Jänner davon gewusst habe, kontert Kurz: "Das stimmt nicht".

Kurz glaubt an AstraZeneca

Mit dem Abzug von Impfkoordinator Clemens Martin Auer hätte Gesundheitsminister "richtig reagiert", einen Vorsatz sieht er darin dennoch nicht. "Glauben Sie, dass die EU ein Interesse daran hat, das Malta seine Bevölkerung im Mai und Bulgarien im September durchgeimpft hat? Das kann nicht der Idee der europäischen Solidarität entsprechen, dass es Gleiche und Gleichere gibt", so Kurz.

Nun soll ein Korrekturmechanismus dafür sorgen, dass ein gerechtes Verteilsystem der Impfdosen innerhalb der Europäischen Union geschaffen wird. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie glauben, dass ein Regierungschef zustimmen würde, dass er weniger Impfstoff bekommt als andere Länder."

Der Bundeskanzler geht auch davon aus, dass die Europäischen Arzneimittelagentur EMA die Zulassung des derzeit umstrittenen Impfstoffs AstraZeneca nicht zurückziehen werde. Dass der Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers Thrombose auslöst, ist bisher nur ein Verdacht. Rund 35 Prozent des Impfstoffs in der EU käme von AstraZeneca, eine negative Entscheidung wäre ein massiver Rückschlag. "Die Gefahr ist dieses Virus und nicht der Impfstoff", so Kurz.

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