Sechs Mal Corona-"Orange" in OÖ: Kritik am Ampel-Chaos

Linz-Bürgermeister Luger und Wels-Bürgermeister Rabl kritisieren die Corona-Ampel von Minister Rudi Anschober (Grüne).
Linz-Bürgermeister Luger und Wels-Bürgermeister Rabl kritisieren die Corona-Ampel von Minister Rudi Anschober (Grüne).picturedesk.com
In sechs Städten/Bezirken in Oberösterreich wurde die Corona-Ampel auf "Orange" geschaltet. Kritik kommt von den Bürgermeistern von Linz und Wels.

Es hatte sich bereits die Tage zuvor abgezeichnet: Oberösterreich wird auf der „Corona-Ampel“ orange(r). Nicht ganz Oberösterreich freilich, aber in sechs Bezirken gilt „hohes Risiko“: in den Statutarstädten Linz und Wels, dazu in den Bezirken Gmunden, Linz-Land, Rohrbach und Vöcklabruck.

Offiziell wird die Ergebnisse der Ampel-Kommission Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) am heutigen Freitag bei einer Pressekonferenz vorstellen.

Doch was heißt das nun genau für die Oberösterreicher, die dort wohnen? Wie "Heute" aus dem Landhaus erfuhr, plant Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) voerst einmal keine Verschärfung der Maßnahmen. Es bleibt also eigentlich alles so, wie es auch bisher war: Maskenpflicht, genügend Abstand halten.

Und weil sich nix ändert, kritisiert etwa Wels-Bürgermeister Andreas Rabl (FPÖ): "Eine Ampel, bei der sich die Farbe ändert, es aber keine Maßnahmen gibt, hat den Zweck nicht erfüllt. Das Ampel-Chaos setzt sich fort", so Rabl im Gespräch mit "Heute".

Ähnlich sieht es auch Linz-Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ): "Ich halte die Ampel auch weiterhin für eine schlechte Lösung. Weil: Ob sie auf Gelb oder Orange steht, hat in Wirklichkeit keinerlei Auswirkungen auf die Menschen", erneuert er seine Kritik an der Corona-Ampel der Regierung.

Luger weiter: Die Situation habe sich geändert und das müsse man zur Kenntnis nehmen und bei den Maßnahmen berücksichtigen. "Ich bin bei Gott kein Corona-Leugner, aber wir sind jetzt in Phase zwei. Die Altersstruktur der Infizierten hat sich verändert. Ein Drittel der positiv Getesteten ist ohne Symptome", so Luger.

Rabl kritisiert außerdem die Test-Strategie, fordert Änderungen, denn: "Wir in Wels haben unsere Kapazitätsgrenze erreicht, wissen nicht mehr, wie wir alles bewältigen sollen." Mittlerweile würden mehr als 30 Personen an sieben Tagen in der Woche an der Nachverfolgung der Infektionsketten, am Herausfinden der Kontakte von positiv Getesteten sowie am Erstellen der Quarantäne-Bescheide arbeiten. Zudem sei es immer schwieriger, festzustellen, wo sich die positiv getesteten Personen angesteckt haben.

Aktuell mehr als 1.300 Oberösterreicher positiv

Die Statistik hinter der Ampelfarbe: In den betroffenen Städten/Bezirken liegt die Inzidenz (= Zahl der Neuinfektionen/100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen) ziemlich hoch: in Linz etwa bei 84,1, in Wels bei 82,6. Insgesamt sind bei uns jetzt laut AGES 1.391 Oberösterreicher positiv.

Übrigens: Anhand der Inzidenz entscheidet das deutsche Robert-Koch-Institut auch, welche Regionen Risikogebiet sind. Die oö-weite Inzidenz beträgt aktuell 59,8 – ist also höher als der Grenzwert von 50. Gut möglich also, dass uns Deutschland in den kommenden Tagen als Risikogebiet einstuft und das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausspricht. Das würde dann für die Oberösterreicher bedeuten, dass sie nicht mehr so einfach nach Bayern zum Einkaufen fahren können. Eine Einreise ist dann nämlich nur noch möglich, wenn man einen triftigen Grund hat …

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