Bei Angriffen der israelischen Armee im Gazastreifen sind laut Gesundheitsbehörden und Rettungskräften mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern befindet sich auch der Al-Jazeera-Kameramann Ahmed Wishah, der am Samstag bei einem Angriff auf ein Haus im Zentrum von Gaza getötet wurde.
Al Jazeera verurteilte die Tötung scharf und sprach von einem "abscheulichen Verbrechen". Die israelische Armee (IDF) bezeichnete Wishah als Mitglied des militärischen Arms der Hamas und beschuldigte ihn, als Scharfschütze Angriffe auf israelische Soldaten geplant zu haben. Beweise dafür legte die Armee nicht vor.
Wie BBC berichtet, wurden bei dem Angriff auf das Haus im Bureij-Flüchtlingslager laut Krankenhaus und Zivilschutz zwei weitere Personen getötet, die ebenfalls der Hamas angehört haben sollen. Wishahs Bruder Mohamed, ebenfalls Al-Jazeera-Korrespondent, kam bereits im April bei einem israelischen Angriff ums Leben.
Im Stadtteil Sabra in Gaza-Stadt starben vier Mitglieder einer Familie bei einem nächtlichen Angriff auf ihr Wohnhaus. Nach Angaben von Zivilschutz, Angehörigen und einem nahegelegenen Krankenhaus wurden die Leichen, darunter zwei Kinder, ins Shifa-Krankenhaus gebracht. Verwandte betonten, die Familie habe keinerlei Verbindung zur Hamas gehabt.
Auch in anderen Teilen des Gazastreifens wurden weitere Angriffe gemeldet. Beide Seiten, Israel und die palästinensische Hamas, beschuldigen sich gegenseitig, das seit Oktober geltende Waffenstillstandsabkommen gebrochen zu haben. Das Abkommen sollte unter anderem eine verstärkte Lieferung humanitärer Hilfe ermöglichen.
Laut den Vereinten Nationen sind rund 81 Prozent der Gebäude im Gazastreifen beschädigt, und viele Menschen benötigen dringend Hilfe. Seit dem Waffenstillstand ist der Anteil der Familien, die hungrig zu Bett gehen, laut UN von 92 auf 36 Prozent gesunken, dennoch fehlt es weiterhin an Unterkünften, sauberem Wasser und medizinischer Versorgung.
Das Waffenstillstandsabkommen sieht außerdem vor, dass die Hamas ihre Waffen abgibt und sich nicht an der Verwaltung Gazas beteiligt – bislang ist dies nicht umgesetzt. Eine internationale Kommission soll künftig die Verwaltung des Gebiets überwachen.
Der jüngste Konflikt begann im Oktober 2023 mit einem Angriff der Hamas auf Südisrael, bei dem rund 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 als Geiseln genommen wurden. Seitdem sind laut Gesundheitsministerium in Gaza über 73.000 Menschen durch israelische Militäreinsätze ums Leben gekommen.