Ulrich Seidl hat die Hauptpreise bei der dritten Verleihung der Österreichischen Filmpreise gewonnen.
Der erste Teil der "Paradies"-Trilogie, der sechsfach nominiert war, erhielt sowohl die Auszeichnung für den besten Film als auch jene für die beste Regie und die beste Hauptdarstellerin (Margarethe Tiesel). Der siebenfach nominierte Favorit "Grenzgänger" von Florian Flicker erhielt ebenfalls drei Auszeichnungen, darunter jene für das beste Drehbuch durch Flicker selbst und für die beste Kamera (Martin Gschlacht). Als bester Dokumentarfilm wurde "Der Prozess" von Gerald Igor Hauzenberger prämiert. Insgesamt wurden die Filmpreise in 14 Kategorien vergeben.
Karl Merkatz ist bester Darsteller
Karl Merkatz wurde bei der erstmals im Festsaal des Wiener Rathauses abgehaltenen Filmpreisgala für seine Rolle in "Anfang 80" zum besten Darsteller gekürt und mit langem Applaus gefeiert. Margarethe Tiesel, die Hauptdarstellerin aus "Paradies: Liebe", setzte sich in der Kategorie der besten Darstellerin u.a. gegen Martina Gedeck ("Die Wand") und Christine Ostermayer ("Anfang 80") durch. Der erstmals vergebene Preis für den besten Kurzfilm wurde der jungen Regisseurin Catalina Molina für "Unser Lied" zugesprochen. Die Preisträger erhielten die von VALIE Export gestalteten Skulpturen vor mehr als 1.000 Besuchern aus den Händen von Ursula Strauß und Thomas Schubert.
Große Emotionen bei Florian Flicker
Ulrich Seidl sagte auf der Bühne weniger, "als ich eigentlich sagen wollte. Dass ich diese Auszeichnung trotz vieler internationaler Preise ausgerechnet hier bekomme, freut mich ganz besonders." Florian Flicker nahm den Drehbuchpreis mit großen Emotionen entgegen und dankte seinen Produzenten, die ihm nach zehn Jahren wieder die Herstellung eines Filmes ermöglichten. Gerald Igor Hauzenberger zitierte anlässlich seiner Doku über den Tierschützerprozess in Wiener Neustadt Kafka: "Wer einen solchen Prozess hat, der hat ihn auch schon verloren." Die Veranstaltung wurde einmal mehr von Drehbuchautor Rupert Henning moderiert. Die Preise werden durch die anonyme Stimmabgabe der knapp 300 Mitglieder der Akademie des Österreichischen Films ermittelt.
Der Österreichische Filmpreis 2013 - Die Gewinner im Überblick
Bester Spielfilm: "Paradies: Liebe" / Produktion und Regie: Ulrich Seidl
Bester Dokumentarfilm: "Der Prozess" / Produktion: Michael Seeber, Gerald Igor Hauzenberger (Regie)
Bester Kurzfilm: "Unser Lied" / Catalina Molina
Beste weibliche Darstellerin: "Paradies: Liebe" / Margarethe Tiesel
Bester männlicher Darsteller: "Anfang 80" / Karl Merkatz
Beste Regie: "Paradies: Liebe" / Ulrich Seidl
Bestes Drehbuch: "Grenzgänger" / Florian Flicker
Beste Kamera: "Grenzgänger" / Martin Gschlacht
Bestes Kostümbild: "Die Vermessung der Welt" / Thomas Olah
Beste Maske: "Die Vermessung der Welt" / Monika Fischer-Vorauer, Michaela Oppl
Beste Musik: "Grenzgänger" / Eva Jantschitsch
Bester Schnitt: "Die Lebenden" / Monika Willi
Bestes Szenenbild: "Kuma" / Katrin Huber
Beste Tongestaltung: "More than Honey" / Nils Kirchhoff, Bernhard Maisch, Dieter Meyer