Thomas Woitkewitsch prägte die deutschsprachige Unterhaltungslandschaft über Jahrzehnte hinweg, auch wenn er selten selbst im Rampenlicht stand.
Als Autor, Übersetzer, Fernsehproduzent und kreativer Kopf hinter bekannten Fernsehformaten wie "Wetten, dass..?" oder "Am laufenden Band" bleibt sein Schaffen unvergessen. Seinen größten Hit landete er jedoch in der Schlagerszene.
Geboren in Posen floh er 1945 mit seiner Familie nach Hamburg, wo er aufwuchs und das Gymnasium absolvierte. In München studierte er Germanistik, Psychologie und Zeitungswissenschaften.
Eigentlich wollte er Journalist werden, doch das Fernsehen bestimmte fortan seinen beruflichen Weg. Wie die "Schlagerprofis" berichten, wurde Alfred Biolek zu seinem Förderer, mit dem er unter anderem Monty-Python-Filme produzierte und Herman van Veen in Deutschland bekannt machte.
Woitkewitsch war maßgeblich an der Entwicklung von TV-Shows beteiligt. Den Titel 'Am laufenden Band' steuerte er selbst bei, bei 'Wetten, dass..?' war er eines der Gründungsmitglieder.
Elf Jahre lang arbeitete er dort als Autor, Wettentester und redaktioneller Berater. Sein Wirken ging weit über das Fernsehen hinaus: Er schrieb Drehbücher, Moderationen und Songtexte unter anderem für Alfred Biolek, Frank Zander, Freddy Quinn und viele weitere Künstler.
Untrennbar verbunden bleibt sein Name mit dem berühmten Sommerlied 'Wann wird’s mal wieder richtig Sommer', gesungen von Rudi Carrell. Die Idee dazu entstand aus einem niederländischen Lied über den Abschied vom Sommer. Carrell wollte daraus ein Lied über einen verregneten deutschen Sommer machen, Woitkewitsch setzte das Konzept "in einer einzigen Nacht bei einem Kasten Bier" um.
Wie Carrell damals selbst sagte, könne das Lied einmal so berühmt werden wie Bing Crosbys 'White Christmas' – und er sollte recht behalten.
Woitkewitsch wollte nie im Mittelpunkt stehen, sondern ließ lieber seine Arbeit für sich sprechen. Er schrieb, übersetzte, produzierte, entwickelte Ideen und gab anderen Künstlern wie Milva ("Hurra wir leben noch"), Joy Fleming ("Wenn man Freunde hat"), Florian Silbereisen ("Jetzt geht's erst los") die richtigen Worte.
Im Dezember 2025 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.