Seit 31 Tagen im Hungerstreik: So geht es der Wienerin

Martha Krumpeck und Josef Etzelsdorfer setzen den Hungerstreik fort.
Martha Krumpeck und Josef Etzelsdorfer setzen den Hungerstreik fort.Alexandra Diry
Martha Krumpeck hat seit einem Monat nicht mehr gegessen. Sie sieht sich aber noch nicht am Ende ihrer radikalen Widerstandsaktion gegen den "Ökozid".

Martha Krumpeck (29) befindet sich seit 31. Mai im Hungerstreik, um gegen die globale Umweltzerstörung und konkret den Bau des Lobautunnels zu protestieren. "Heute" berichtete vergangene Woche von ihrem mittlerweile kritischen Untergewicht – sie verlor acht Kilogramm in drei Wochen – und den Strapazen während der Hitzewelle.

Nach einen Monat Nahrungsverweigerung hat sich ihr physischer Zustand weiter verschlimmert: "Ich fühle mich schwach und habe inzwischen zehn Kilo verloren. Ich halte solange durch, wie ich körperlich dazu in der Lage bin oder bis die Stadtregierung den Menschen die Wahrheit sagt. Der Bürgermeister muss vor der Presse zugeben, dass das Autobahnprojekt keine Verkehrsentlastung bringt. Von der Politik ist ein klares Bekenntnis zu den wissenschaftlichen Fakten gefordert. Solange es nicht irgendein Entgegenkommen oder Ernstnehmen gibt, werde ich diesen Hungerstreik fortsetzen, wenn ich körperlich kann."

Gegenüber "Heute" gibt die Molekularbiologin und Aktivistin von "Extinction Rebellion" an, selbst einfache körperliche Betätigungen nicht mehr ausführen zu können. Etwa könne sie aufgrund des Kraftmangels an bewegenden Demonstrationen nicht mehr teilnehmen. Blutdruck und Gewicht checkt sie täglich und wie bei Personen, die lange fasten üblich, verspürt sie kein Hungergefühl.

Mitstreiter seit drei Wochen ohne Essen

Am 15. Juni schloss sich der BOKU-Absolvent und Gründer von Robin Foods Josef Etzelsdorfer dem Streik an. Auch er hat seit 18 Tagen keinen Bissen zu sich genommen: "Grundsätzlich mache ich das, um Martha zu unterstützen. Ich habe dieselbe Forderung. Aber ich habe noch eine andere Botschaft: Wenn wir auf das Wegschmeißen von Lebensmitteln verzichten, können die Bienen fliegen, wir haben perfekte ökologische Lebensmittel und die Böden bleiben erhalten. Es ist eine Win-win-Situation! In Wahrheit müssen wir die Dinge so erzeugen, dass sie lange halten. Statt wegschmeißen sollten wir tauschen und verschenken."

Im unteren Video gibt es die Statements der beiden vom Medientermin im Café Prückel am Wiener Ring.

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