Wien

Selbst eigene Mutter zeigt 16-jährigen Raser in Wien an

Ein 16-Jähriger raste Montagabend mit einem Motorrad durch Hietzing. Als er gestoppt wurde, flog ein Kriminal- und Familiendrama auf.
Rene Findenig
14.06.2022, 12:43

Weil ein 16-jähriger russischer Jugendlicher am Montagabend kurz vor 22 Uhr in Wien-Hietzing mit stark überhöhter Geschwindigkeit auf einem Motorrad unterwegs war, wurden Polizisten der Polizeiinspektion Storchengasse auf ihn aufmerksam. Mit Spitzengeschwindigkeiten von phasenweise mehr als 100 km/h, zum Teil in 30er-Zonen, floh der 16-jährige Motorradfahrer vor den Polizisten, als diese ihn anhalten wollten.

Motorrad einfach bei Probefahrt gestohlen

In einem Waldstück gelang es den Beamten, den 16-Jährigen einzuholen, als dieser sein Motorrad anhalten musste. Als Grund seiner Flucht gab er an, keinen Führerschein zu besitzen. Eine Überprüfung bestätigte die Aussage, so die Landespolizeidirektion Wien. Darüber hinaus stellten die Beamten fest, dass die Kennzeichen des Motorrads gestohlen waren und das Motorrad veruntreut wurde.

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Das Motorrad gehört laut Wiener Polizei einem 27-jährigen Mann, der bereits am 8. Juni 2022 Anzeige erstattet hatte, da der 16-Jährige nach einer vermeintlichen Probefahrt als Kaufinteressent das Motorrad nicht mehr zurückbrachte. Diesbezüglich wurde bereits gegen den 16-Jährigen ermittelt, er konnte jedoch bis dahin noch nicht gefasst werden, hieß es in einer Aussendung. Im Zuge dieser Veruntreuung hatte der 16-Jährige ein Elektromotorrad beim 27-Jährigen zurückgelassen.

Eigene Mutter zeigte ihren Sohn an

Dieses wurde damals sichergestellt. Es wurde erhoben, dass der 16-Jährige dieses rund drei Wochen zuvor bei einem Händler in der Nähe von Graz erworben hatte. Dabei soll er eine Zahlungsbestätigung für eine Anzahlung gefälscht und auch sonst keine Zahlung an den Händler getätigt haben. Im Zuge der Ermittlungen wurde schließlich auch die Mutter des 16-Jährigen vernommen, die ebenfalls Anzeige gegen ihren Sohn erstattete.

Sie verdächtigt ihren Sohn, in ihrem Namen Waren in einem Möbelhaus bestellt zu haben und die Rechnung nicht beglichen zu haben, sodass die Frau bereits Mahnspesen erhalten hatte. Hierbei geht es um einen Gesamtbetrag im unteren 4-stelligen Eurobereich. Der 16-Jährige wurde wegen allen ihm zur Last gelegten Delikten auf freiem Fuß angezeigt, gab die Landespolizeidirektion Wien am Dienstag bekannt.

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