Dramatische Szenen spielten sich Montag gegen 7 Uhr in Balzers in Liechtenstein ab. In der Tiefgarage der Bank Frick wurde der 48-jährige Bankier Jürgen Frick erschossen. Der Täter soll ein verheirateter Familienvater sein, der seit Jahren einen "Krieg gegen Banken und Staat" führt. Laut Liechtensteiner Medien geht die Polizei davon aus, dass sich der mutmaßliche Täter das Leben genommen hat.
Dramatische Szenen spielten sich Montag gegen 7 Uhr in Balzers in Liechtenstein ab. In der Tiefgarage der Bank Frick wurde der 48-jährige Bankier Jürgen Frick erschossen. Der Täter soll ein verheirateter Familienvater sein, der seit Jahren einen "Krieg gegen Banken und Staat" führt. Laut Liechtensteiner Medien geht die Polizei davon aus, dass sich der mutmaßliche Täter das Leben genommen hat.
Laut Polizei folgte der Täter, Jürgen Hermann, dem Wagen zu Fuß durch das offene Garagentor in das Bankengebäude. Der Manager parkte sein Auto und stieg aus, daraufhin fielen die tödlichen Schüsse. Die in der Tiefgarage angebrachte Videokamera weise auf den ehemaligen Erfinder und Fondsmanager Jürgen Hermann hin, so die Behörden.
Abschiedsbrief am Rheinufer
Eine europaweite Fahndung nach dem selbsternannten "Staatsfeind Nummer eins" läuft derzeit noch, die Liechtensteiner Behörden gehen allerdings davon aus, dass der Flüchtige Selbstmord begangen hat. Am Rheinufer seien seine persönlichen Sachen gefunden worden, wie etwa ein Personalausweis und ein Reisepass. In letzterem hätten sich handschriftliche Notizen befunden, die als Abschiedsbrief und Geständnis gedeutet werden können, teilte die Liechtensteiner Polizei mit. Ein Leichnam wurde jedoch noch nicht gefunden.
Das Fluchtauto, ein Smart mit dem Kennzeichen mit dem Kennzeichen FL 6591, war zuvor bereits in der Gemeinde Ruggell gefunden worden. Im Rugeller Riet und in Richtung Vorarlberg wurde großräumig mit Polizisten, Suchhunden und Helikoptern nach dem Verdächtigen gefahndet - auch auf österreichischem Gebiet. Dass auch die österreichische Exekutive an der Suche beteiligt sei, bestätigte die Vorarlberger Polizei gegenüber der APA nicht.
"Catch me if you can!"
Unterdessen wurde aktualisiert: "Catch me if you can - dead or alive - reward 200'000'000 CHF".
Hinweise zu einem allfälligen Aufenthaltsort des Tatverdächtigen sind unverzüglich an die Liechtensteiner Landepolizei unter +423/ 236 71 11 erbeten. Beim Antreffen des Tatverdächtigen gilt es, äußerste Vorsicht walten zu lassen, warnt die Polizei.
Der mutmaßliche Mörder fiel immer wieder durch seinen Kampf gegen Banken und Politik auf. Der Bank Frick und der Finanzmarktaufsicht habe Hermann die Schuld daran gegeben, dass er als Fondsmanager Schiffbruch erlitt. Vor einigen Jahren verklagte er deshalb auch das Fürstentum auf fast 165 Millionen Euro und veröffentlichte Protestschreiben, in denen er gegen Liechtenstein wetterte. Er selbst bezeichnete sich des öfteren als "Robin Hood von Liechtenstein".
Erst am Freitag hatte er wieder E-Mails verschickt, in denen er den Kleinstaat als "Fürstendumm Scheissenstein" bezeichnete. Das Bankhaus Frick war Hermanns Hausbank.