Psychotische Erfahrungen wie Wahnvorstellungen und Halluzinationen können für Betroffene extrem belastend sein. Doch wie freundlich man mit sich selbst umgeht, spielt offenbar eine wichtige Rolle dabei, wie solche Symptome verarbeitet werden.
Die Psychologin Megan Crawford von der Canterbury Christ Church University sichtete gemeinsam mit Kolleginnen 17 frühere Studien, die sich mit dem Thema auseinandersetzten. Darin wurden Selbstkritik oder Selbstmitgefühl sowie unterschiedliche psychotische Beschwerden erfasst.
Die Ergebnisse zeigen ein eindeutiges Muster, wie es Spektrum der Wissenschaft berichtet: Stärkere Selbstkritik ging mit einer stärkeren psychischen Belastung durch psychotische Erfahrungen einher. Selbstmitgefühl dagegen hing insgesamt mit einer geringeren Symptomschwere zusammen.
Gnädig mit sich selbst umzugehen, stelle einen wichtigen Aspekt psychologischer Resilienz dar, erklären die Wissenschaftlerinnen. Sie sehen in Therapien, die Selbstkritik verringern und Selbstmitgefühl fördern, einen vielversprechenden Ansatz in der Behandlung von Psychosen.
Zu den häufigsten psychotischen Symptomen gehören Stimmenhören, ungewöhnliche Überzeugungen und paranoide Gedanken. Fast jeder vierte Erwachsene in Deutschland ist jedes Jahr von einer psychischen Erkrankung betroffen.