Ein seltener Anblick bot sich dem Salzburger Naturforscher Dieter Dobnik in Muhr (Lungau): Er entdeckte beim Wandern auf der Nordseite der Plankovitzspitze einen Grashüpfer mit auffallend pinker Färbung und hielt das Tier mit seiner Kamera fest.
Die leuchtend rosarote Farbe des Grashüpfers entsteht durch eine rare Genmutation, die bei diesen Insekten nur höchst selten vorkommt. Diese tritt schätzungsweise nur bei einem von 500.000 Tieren auf.
Bei dieser Mutation wird überwiegend das rote Pigment Erythropterin gebildet, während dunkle Pigmente kaum vorhanden sind. Die auffällige Farbe tritt nur dann auf, wenn das Tier die mutierte Genvariante von beiden Elternteilen erbt.
Wie der Naturschutzbund auf seiner Website berichtet, sind rosa Grashüpfer in freier Wildbahn eine absolute Ausnahme. Da sich nur sehr selten zwei Träger dieser Mutation paaren, bleibt diese Farbvariante extrem selten.
Die auffällige Farbe ist für Grashüpfer allerdings kein Vorteil. Während grüne und braune Tiere gut getarnt sind, werden rosa Grashüpfer von Fressfeinden leicht entdeckt. Viele überleben daher nicht bis zum Erwachsenenalter.
Der Fund der rosa Grashüpfer-Nymphe zeigt, welche besonderen Erscheinungen die Natur hervorbringen kann.
Gleichzeitig macht der Fund deutlich, dass solche Farbvarianten in der Wildnis meist nur geringe Überlebenschancen bieten. Dennoch geben sie einen seltenen Einblick in die genetische Vielfalt unserer heimischen Insekten.