"Sendung kapern" – Wut-Kickl sorgt für "Oida" im ORF

Heftige Wortgefechte bei "Im Zentrum": Grünen-Klubchefin Sigrid Maurer, ÖVP-Gesundheitssprecherin Gabriela Schwarz, Moderatorin Claudia Reiterer, SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner, FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl und (nicht im Bild) Neos-Parteivorsitzende Beate Meinl-Reisinger
Heftige Wortgefechte bei "Im Zentrum": Grünen-Klubchefin Sigrid Maurer, ÖVP-Gesundheitssprecherin Gabriela Schwarz, Moderatorin Claudia Reiterer, SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner, FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl und (nicht im Bild) Neos-Parteivorsitzende Beate Meinl-ReisingerScreenshot ORF
Sonntagabend ging es in der ORF-Sendung "Im Zentrum" heiß her. Grund war einmal mehr FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl.

Gleich einmal vorneweg: Wer gerne von der Bundesregierung erfahren hätte, wann der Lockdown endet, ob er weitergeht oder zumindest nach welchen konkreten Kriterien sich das bemisst, der wurde auch in der Diskussionssendung des ORF nicht fündig. Dafür erlebte man einen Herbert Kickl in "Bestform" - und eine ÖVP-Gesundheitssprecherin, die ein wenig aus der Rolle fiel.

Kickl als Hahn im Korb

Doch zurück an den Anfang. In der dieses Mal mehrheitlich weiblich dominierten Diskussionsrunde - neben Moderatorin Claudia Reiterer waren ÖVP-Gesundheitssprecherin Gabriela Schwarz, Grünen-Klubchefin Sigrid Maurer, SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner und Neos-Parteivorsitzende Beate Meinl-Reisinger zu Gast - wurde der Plan des FPÖ-Klubobmanns früh klar. 

Kickl versuchte von Beginn der Diskussion an, die Corona-Frustrierten abzuholen, indem er alles in Frage stellte und hinterfragte. Hohe Infektionsraten? Die PCR-Tests seien völlig ungeeignet. Masken? Wirkungslos. Impfstoffe? Nur ein Experiment der Pharmafirmen. Lockdowns? Übertrieben.

"Oida, bitte"

Die Polit-Damen versuchten bestmöglich, zu verhindern, dass der FPÖ-Klubobmann die "Sendung kapert" (Zitat Meinl-Reisinger). Es gelang ihnen jedoch nur bedingt. So unterbrach Kickl beispielsweise SPÖ-Chefin und Ärztin Rendi-Wagner, als diese gerade ein flammendes Plädoyer für die PCR-Tests hielt, und forderte sie vehement auf, ihm diese doch genauer zu erklären.

Er bezeichnete die von der Regierung angedachten "Eintrittstests" für Veranstaltungen und Hotelbesuche als ein "umetikettiertes Freitesten" - was die ÖVP-Gesundheitssprecherin zu einem gehauchten, aber deutlich hörbaren "Oida, bitte" hinreißen ließ. Und zum großen Finals schimpfte Kickl die gesamte Runde ob ihrer Corona-Haltung "Stahlhelm-Fraktion" - in Anlehnung an die vielzitierten Aluhüte.

Im Großen und Ganzen lieferte die ORF-Diskussion jedoch viel Lärm um Nichts. Denn nach wie vor ist unklar, wann der (Schul-)Lockdown tatsächlich endet. Sowohl Schwarz als auch Maurer verwiesen auf Nachfrage auf die nächsten Tage bzw. den Gesundheitsminister. Der war leider nicht da. In Richtung einer 7-Tage-Inzidenz von 100 sollte es gehen, vielleicht.

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