Gigantische Sonnen-Eruption

Sensations-Foto aus Linz zeigt Polarlicht-Auslöser

Zahlreiche Österreicher bestaunten am Wochenende die Polarlichter am Himmel. Ein einzigartiges Foto zeigt jetzt den Ursprung des Naturspektakels.
Oberösterreich Heute
12.05.2024, 19:03
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Nicht nur für Astronomie-Begeisterte waren die vergangenen Nächte etwas ganz Besonderes. Ein grün-violetter Himmel, wie man ihn sonst nur hoch im Norden beobachten kann. Wegen starken Sonnenstürmen konnten auch über Oberösterreich Polarlichter bestaunt werden.

Fotografen, Naturliebhaber und Hobby-Astronomen hatten an diesem Wochenende eines gemeinsam: Viel Schlaf dürften sie nicht bekommen haben. Ganz Oberösterreich stürmte in den vergangenen Nächten nach draußen, um das einzigartige Naturschauspiel zu erleben.

Sensationsfoto zeigt Eruption

Ausgerüstet mit Stativ und 600 mm Objektiv legte sich auch "Heute"-Fotograf Mike Wolf auf die Lauer. Allerdings war sein Ziel nicht, die Polarlichter zu knipsen, sondern die Sonne.

Gegen 9 Uhr am Samstag gelang ihm im Linzer Stadtteil Urfahr das Sensationsfoto. Mit einem speziellen Sonnenfilter fing er eine Eruption ein ‒ den Ursprung der Polarlichter.

"Heute"-Fotograf Mike Wolf knipste am Samstag das einmalige Foto: Zu sehen ist ein koronaler Massenauswurf ‒ diese führen aktuell in Österreich zu Polarlichtern.
Mike Wolf

Das steckt hinter der einmaligen Aufnahme

UBIMET-Experte Nikolas Zimmermann erklärt, was genau auf dem Foto passiert: "Auf dem Bild kann man die große und komplexe Sonnenfleckenregion 3664 sehen, welche in den vergangenen Tagen zahlreiche starke Eruptionen verursacht hat."

Zwei dieser Eruptionen hätten in der Nacht auf Samstag zum extremen Sonnensturm auf der Erde geführt. "Weiters sieht es so aus, als ob zum Zeitpunkt des Fotos ein Flare auf der Sonnenoberfläche zu einem koronalen Massenauswurf geführt hat."

Die Flares der vergangenen Tage. Wenn die ins All geschossenen Partikel das Magnetfeld der Erde treffen, kommt es zu Polarlichtern.
UBIMET

In der besagten Sonnenfleckenregion habe es am Samstag mehrere Eruptionen gegeben, wie etwa ein starker M8.7-Flare um 17.30 Uhr. Auf Tagseite der Erde können diese Ereignisse sogar zu einer starken Dämpfung von Radiosignalen führen und Funkübertragungen erheblich stören.

Wer die Polarlichter bis jetzt verpasst hat, bekommt vielleicht noch eine Chance. "Der Sonnensturm hat sich mittlerweile deutlich beruhigt, allerdings wird die Ankunft weiterer koronaler Massenauswürfe erwartet", erklärt Zimmermann. Kommende Nacht könnte es noch einmal zum Naturschauspiel kommen.

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