Eigentlich sollten sie nur Seekabel verlegen, doch dann machten Bauarbeiter auf der Nordseeinsel Norderney einen spektakulären Fund: Bei den Arbeiten stießen sie auf die Überreste eines historischen Schiffswracks.
Das niederländische Holzschiff stammt wohl aus dem 17. oder 18. Jahrhundert und war jahrhundertelang verschollen. Archäologen vermuten, dass das Schiff etwa 15 Meter lang und 5 Meter breit war.
"Dieser Fund ist besonders spannend, weil an der Küste Niedersachsens bislang nur wenige Wracks aus dieser Zeit gefunden und dokumentiert wurden", erklärt Sonja König, Leiterin des Archäologischen Dienstes der Ostfriesischen Landschaft, heißt es auf Spiegel.de.
Die Teile des Wracks, die sich an der Oberfläche befanden, wurden bereits geborgen und abtransportiert. Im Boden werden weitere Teile vermutet, die dort liegen bleiben sollen. Die Bauarbeiten wurden vorübergehend unterbrochen.
Funde dieser Art kommen an den deutschen Küsten vereinzelt vor. Im Jänner 2025 hatten starke Stürme auf Sylt Teile eines alten Schiffs freigelegt. Knapp eine Woche später allerdings holte sich die Nordsee das Wrack zurück - der genaue Fundort war nicht markiert worden.
Für den gesamten Bereich des Nordfriesischen Wattenmeeres liegen für den Zeitraum vom 17. bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts knapp 900 Strandungsberichte vor. Strandungen waren damals so häufig, dass sich die Bergung von Wracks zu einem eigenen Wirtschaftszweig entwickelte.